Iranischer Außenminister Araghchi äußerte sich eindeutig: Der Hormuzstraße ist für alle Schiffe außer denen der USA und Israels vollständig geöffnet; Indien hat bereits zwei Öltanker mit über 90.000 Tonnen verflüssigtem Erdgas erfolgreich durchquert und wird voraussichtlich am 16. und 17. März in Indien ankommen.
(Vorheriger Kontext: Iran: „Entfernung des amerikanisch-israelischen Botschafters“ ermöglicht sichere Passage durch die Hormuzstraße – eine beispiellose diplomatische Erpressung)
(Hintergrund: Trump fordert Japan, Südkorea und Großbritannien auf, Kriegsschiffe zum Schutz der Hormuzstraße zu entsenden – US-Militär könnte eskortieren?)
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Am 14. März gab der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Interview mit MS NOW, einem Tochterunternehmen von NBC, eine neueste Klarstellung zum anhaltenden Thema der Blockade der Hormuzstraße ab, wobei seine Wortwahl deutlich milder ausfiel als zuvor.
Er erklärte eindeutig: „Tatsächlich ist die Hormuzstraße offen. Diese Passage ist nur für Schiffe und Öltanker geschlossen, die unseren Feinden gehören, also jene, die uns und unsere Verbündeten angreifen. Andere können frei passieren.“
Bezüglich der derzeitigen Zurückhaltung mehrerer Schiffe aufgrund von „Sicherheitsbedenken“ betonte Araghchi, dass dies nichts mit Iran zu tun habe, sondern eine Entscheidung der Schiffseigner oder Versicherungen sei.
Die Aussagen werden durch konkrete Beispiele untermauert. Der indische Hafen-, Schifffahrts- und Wasserstraßenminister Sinha bestätigte, dass zwei indische Flaggen führende, mit verflüssigtem Erdgas beladene Öltanker erfolgreich die Hormuzstraße passiert haben, mit einer Gesamtkapazität von 92.700 Tonnen. Sie sollen am 16. und 17. März in indische Häfen einlaufen.
Der iranische Botschafter in Indien, Iraj Elahi, bestätigte ebenfalls, dass Iran einigen indischen Schiffen die Passage erlaubt hat. Zuvor hatte Indiens Premierminister Modi direkt mit dem iranischen Präsidenten telefoniert, was die diplomatischen Bemühungen für diese Passage erleichterte.
Auch die Türkei hat durch bilaterale Verhandlungen eine Passageerlaubnis erhalten, was zeigt, dass „Einzelverhandlungen für Durchfahrtsrechte“ zu einer Hauptstrategie der beteiligten Länder geworden sind.
Im Vergleich zu den harten Äußerungen zu Beginn des Konflikts ist die aktuelle iranische Haltung deutlich moderater.
Zu Beginn des Konflikts erklärte der Kommandant der iranischen Revolutionsgarden Marine, dass die Straße „unter Kontrolle“ sei, wobei die Formulierung absichtlich vage blieb; später forderte Iran noch radikalere Bedingungen: Nur Staaten, die amerikanische oder israelische Botschafter entfernen, dürften passieren – eine beispiellose diplomatische Erpressung.
Heute ist Araghchis Aussage eine große Rücknahme: Die Zielgruppen sind auf die USA und Israel beschränkt, während alle anderen über 190 Länder vollständig Zugang haben. Einige Analysten interpretieren dies als eine „deutliche Abschwächung unter Trumps militärischem Druck“.
Am selben Tag (14. März) forderte Trump öffentlich auf Truth Social, dass Länder wie Japan, Südkorea, Großbritannien und Frankreich Kriegsschiffe zum Schutz der Passage entsenden, um Druck auf die Verbündeten auszuüben.
Dennoch bedeutet eine entspanntere diplomatische Sprache nicht, dass die Schifffahrt sofort wieder normal verläuft. Mehrere Schiffseigner und Reedereien berichten, dass internationale Versicherungen trotz offener iranischer Haltung weiterhin die Deckung für Routen durch die Hormuzstraße ablehnen. Die Prämien für Kriegsrisikoversicherungen sind auf astronomische Höhen gestiegen, das tatsächliche Risiko bleibt schwer quantifizierbar.
Da die Hormuzstraße etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und verflüssigten Erdgashandels ausmacht, beeinflusst der Durchfahrtsstatus direkt die globale Energieversorgungskette. Der Erfolg der indischen Passage ist symbolisch bedeutend, doch ob mehr Länder folgen und die Straße wieder in den Normalzustand versetzt wird, bleibt abzuwarten.