Nach Konflikten um Urheberrechte mit mehreren Hollywood-Produktionsfirmen und Streaming-Plattformen hat ByteDance beschlossen, die globale Einführung von Seedance 2.0 vorerst auszusetzen. Das Rechtsteam und die Entwickler prüfen derzeit Risiken.
(Vorgeschichte: Elon Musk lobt Seedance 2.0 als „zu schnelle Entwicklung von KI-Videos“! ByteDance hält das Modell für nicht perfekt)
(Hintergrund: Das US Supreme Court hat entschieden: Reine KI-Werke sind urheberrechtsfrei und fallen nicht unter den Schutz des Urheberrechts)
Das neueste Video-Generierungsmodell von ByteDance, Seedance 2.0, sollte ursprünglich Mitte März weltweit veröffentlicht werden. Nun wurde die Veröffentlichung aufgrund von Urheberrechtsstreitigkeiten mit mehreren großen Hollywood-Studios und Streaming-Plattformen vorerst gestoppt. Laut The Information vom 16. März wurde die globale Markteinführung dieses viel beachteten KI-Video-Modells vollständig ausgesetzt.
Auslöser war ein in chinesischen sozialen Medien verbreitetes KI-generiertes Video, in dem Tom Cruise und Brad Pitt heftig kämpfen. Die realistische Darstellung sorgte für großes Aufsehen in Hollywood. Disney reagierte als Erste: Im letzten Monat schickte Disney eine Unterlassungsaufforderung an ByteDance, da das Unternehmen ohne Erlaubnis Disney-Charaktere für Seedance 2.0 verwendet haben soll.
Disney wirft ByteDance noch mehr vor: Es wird behauptet, dass Seedance eine urheberrechtsverletzende Bibliothek mit bekannten IPs wie Star Wars und Marvel enthält, die absichtlich als Public-Domain-Material getarnt wurde, um Urheberrechtsprüfungen zu umgehen. Wenn das stimmt, würde das bedeuten, dass die Verletzungen bereits in der Trainingsphase des Modells liegen und nicht nur bei der generierten Ausgabe.
Das Rechtsteam von ByteDance prüft derzeit alle potenziellen IP-Risiken im Zusammenhang mit Seedance 2.0. Die Entwickler arbeiten gleichzeitig an Schutzmechanismen im Modell, um weitere Urheberrechtsverletzungen bei der Videoerstellung zu verhindern. Wichtig ist: Die Aussetzung betrifft nur die globale Veröffentlichung im Ausland. Seedance 2.0 läuft in China weiterhin normal. Die unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen zeigen die Herausforderungen grenzüberschreitender KI-Urheberrechtsregulierung.
Die Urheberrechtsstreitigkeiten bei KI-Video-Tools nehmen in den letzten Jahren zu. Von OpenAI’s Sora über Google bis Runway – alle Modelle stehen wegen undurchsichtiger Trainingsdaten und möglicher Verletzungen des Urheberrechts in der Kritik. Hollywood-Studios und Plattenfirmen setzen rechtliche Maßnahmen ein, um Grenzen zu ziehen. Die vorübergehende Pause von ByteDance ist ein weiteres Beispiel für die Folgen dieser Urheberrechtswelle. Wann Seedance 2.0 wieder weltweit starten wird, ist derzeit unklar.