AI-Agenturhandel wird als Schlüssel zur nächsten E-Commerce-Revolution angesehen. OpenAI und Walmart haben gemeinsam den „Sofort-Checkout“ eingeführt, um Kunden das Einkaufen direkt in ChatGPT zu ermöglichen. Doch die tatsächlichen Daten zeigen, dass dieses Modell hinter den Erwartungen zurückbleibt, mit deutlich niedrigeren Conversion-Raten als bei traditionellen E-Commerce-Prozessen. Angesichts der Diskrepanz zwischen Nutzerverhalten und Einkaufsgewohnheiten passen beide Seiten ihre Strategien schnell an, setzen nun auf eingebettete KI und Multi-Platform-Integration, um die Rolle der KI im E-Commerce neu zu definieren.
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„Sofort-Checkout“ zeigt schwache Leistung: Conversion-Rate dreimal niedriger, Zweifel an der Machbarkeit des KI-gestützten Einkaufens
Letztes Jahr arbeiteten OpenAI, Walmart, Etsy und andere Einzelhändler zusammen, um die Funktion „Sofort-Checkout“ zu entwickeln, mit der Nutzer direkt in ChatGPT Produkte kaufen können. Walmart bot damals rund 200.000 Artikel an, sodass Kunden nach Eingabe von Liefer- und Zahlungsinformationen im Gespräch direkt bestellen konnten.
Internen Quellen bei Walmart zufolge gegenüber Wired liegt die Conversion-Rate dieses Modells nur bei einem Drittel im Vergleich zum herkömmlichen Website-Checkout. Daniel Danker, leitender Produkt- und Designverantwortlicher, äußerte sich enttäuscht über die Gesamtleistung dieser Funktion und zeigte, dass die Vision eines vollautomatisierten E-Commerce-Prozesses durch KI noch vor großen Herausforderungen steht.
Warum scheitert es? „Einzelartikel-Checkout“ entspricht nicht den Einkaufsgewohnheiten der Nutzer
Danker analysierte, dass das größte Problem des „Sofort-Checkouts“ darin besteht, dass es die Verbraucher zwingt, einzelne Artikel nacheinander abzuschließen, während die meisten Nutzer ihre Produkte in den Warenkorb legen und dann einmalig bezahlen. Dieses Modell führt dazu, dass Kunden mehrere Pakete erhalten, was das Einkaufserlebnis insgesamt verschlechtert.
Zudem unterstützt das System häufige E-Commerce-Funktionen wie „Bündelangebote“ und „Cross-Selling“ kaum. Beispielsweise kaufen Kunden beim Fernseher oft auch HDMI-Kabel oder andere Zubehörteile, doch die Einzel-Checkout-Mechanik kann solche Bedürfnisse nicht effektiv integrieren. Diese Faktoren machen das Erlebnis weniger natürlich und vollständig, was die Conversion-Rate weiter drückt.
Strategiewechsel: Walmart integriert Sparky AI in ChatGPT und Gemini
Angesichts der Herausforderungen beim Sofort-Checkout haben Walmart und OpenAI beschlossen, auf ein neues Modell umzusteigen. Zukünftig wird Walmart seinen eigenen KI-Assistenten Sparky direkt in ChatGPT integrieren und plant gleichzeitig die Einführung von Google Gemini, um „Shopping-Assistenten im Chatbot“ zu schaffen.
In dem neuen Erlebnis können Nutzer sich bei Walmart anmelden und ihren Warenkorb zwischen App, Website und Chat-Oberfläche synchronisieren. So können sie Produkte über längere Zeiträume hinweg auswählen und alles in einem Schritt bezahlen. Dieses Modell kommt dem tatsächlichen Einkaufsverhalten näher und ermöglicht es den Kunden, ihre Bedürfnisse im Gespräch kontinuierlich anzupassen, ohne Zahlungs- oder Lieferinformationen mehrfach eingeben zu müssen.
Neugestaltung der Rolle von KI im E-Commerce: Vom „Automatisierten Bestellen“ zum „Assistierenden Helfer“
Diese Veränderung spiegelt auch eine strategische Neuausrichtung von OpenAI wider. Offiziell heißt es, künftig werde man sich stärker auf die Unterstützung bei Produktrecherche und Entscheidungsfindung konzentrieren, anstatt den Transaktionsprozess zu dominieren. Die Kontrolle über den Checkout-Prozess wird an die Händler zurückgegeben.
Daten zeigen, dass ChatGPT für Walmart etwa doppelt so viele Neukunden generiert wie herkömmliche Suchmaschinen, und Nutzer, die Sparky verwenden, geben im Durchschnitt etwa 35 % mehr pro Bestellung aus. Dennoch räumen Brancheninsider ein, dass „vollautomatisiertes Einkaufen“ noch zu idealistisch sei. Verbraucher in Kategorien wie Mode und Wohnen möchten weiterhin die Wahl und das Erkunden behalten.
Heute wandelt sich die Rolle der KI im E-Commerce vom reinen Transaktionsausführer zum intelligenten Einkaufsbegleiter.
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Dieser Artikel über das Scheitern des KI-gestützten Einkaufens? Walmart und OpenAI offenbaren niedrige Conversion-Raten und passen ihre Strategien dringend an. Ursprünglich veröffentlicht bei ABMedia.