Der Kryptowährungsmarkt bleibt unter Druck, da die Inflationssorgen in den USA zunehmen und geopolitische Spannungen eskalieren. Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und Iran hat die Ölpreise stark steigen lassen, was zusätzlichen Druck auf die globale Wirtschaft ausübt.
Angesichts dieser Entwicklung passen Händler ihre Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) an. Die Möglichkeit einer kurzfristigen Zinssenkung wird zunehmend ausgeschlossen und gilt als nachteilig für digitale Vermögenswerte.
Fed-Gouverneur Christopher Waller sagte, seine Haltung zur Lockerung der Geldpolitik habe sich in letzter Zeit deutlich geändert. Anfangs unterstützte er eine Zinssenkung nach schwachen Beschäftigungsdaten im Februar. Doch die steigenden Inflationsrisiken und geopolitische Unsicherheiten haben ihn zu einer vorsichtigeren Haltung veranlasst.
Waller betonte, dass die anhaltende Störung des Hormuz-Straßenverkehrs der Hauptgrund für den Anstieg der Ölpreise sei. Er erwartet, dass der Konflikt länger andauern wird als ursprünglich angenommen, was den Inflationsdruck verschärft.
Er befürwortete die Entscheidung der Fed, die Zinsen in der vergangenen Woche unverändert zu lassen, und bewertete die aktuelle Politik als restriktiv. Obwohl er keine Zinserhöhung unterstützt, schloss er eine Senkung bis Ende 2026 nicht aus, falls die Inflation nachlassen sollte.
Nach diesen Äußerungen liegt die Marktkapitalisierung der Kryptowährungen bei etwa 2,4 Billionen USD, ein leichter Anstieg um 0,18 %, trotz der anhaltenden Unsicherheiten im makroökonomischen Umfeld.
Reaktion des Kryptowährungsmarktes auf die Aussichten des Fed-Gouverneurs | Quelle: CoinMarketCap Währenddessen fällt der CMC20-Index um 0,06 % auf 144,01 Punkte, was die Divergenz zwischen den großen Vermögenswerten widerspiegelt. Der Fear & Greed-Index bleibt bei 30, was auf eine vorherrschende vorsichtige Stimmung hinweist.
Fed-Präsident Jerome Powell bekräftigte bei der letzten FOMC-Pressekonferenz die vorsichtige Haltung. Er erklärte, dass die Inflation in den USA weiterhin über dem Ziel liege, mit einem Gesamt-PCE-Index von 2,8 % und einer Kerninflation von 3,0 %, deutlich über dem Ziel von 2 % der Fed.
Powell betonte, dass die Fed keinen festen Kurs verfolgt. Stattdessen werden alle Entscheidungen von den Wirtschaftsdaten und Marktbedingungen abhängen. Er wies auch darauf hin, dass die Auswirkungen geopolitischer Faktoren auf die Inflation noch zu früh seien, um sie vollständig zu bewerten.
Zudem warnte er, dass steigende Energiepreise durch die Spannungen im Nahen Osten die Inflation kurzfristig hoch halten könnten. Eine Zinssenkung werde nur in Betracht gezogen, wenn es deutliche Fortschritte bei der Inflationskontrolle gebe, was die Erwartungen an eine Lockerung in diesem Jahr schwächen könnte.
Daten von Polymarket zeigen, dass sich die Markterwartungen schnell geändert haben: Die Wahrscheinlichkeit, dass es in diesem Jahr keine Zinssenkungen geben wird, stieg innerhalb eines Tages von etwa 24 % auf 35 %.
Gleichzeitig warnt die Bank of America, dass eine Zinserhöhung unter bestimmten Bedingungen weiterhin möglich sei. Die Bank nennt drei Schlüsselfaktoren: einen stabilen Arbeitsmarkt, die kontinuierliche Führung von Powell und den anhaltenden Anstieg der Ölpreise. Besonders wenn die Ölpreise über 80 USD bleiben, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung deutlich.
Die Iran-Krise, die bereits die vierte Woche andauert, treibt die Energiepreise weiter nach oben, was den Inflationsdruck und die Risiken für die US-Wirtschaft verschärft. In diesem Umfeld wird der Kryptowährungsmarkt zunehmend von den Erwartungen an die Geldpolitik beeinflusst.
Obwohl Powell betont, dass eine Zinserhöhung kein Basisszenario ist, erklärte er, dass alle Entscheidungen von den Inflationsdaten abhängen. Er erwähnte auch, dass er bis zur Ernennung von Kevin Warsh im Amt bleiben könnte. Laut Einschätzung der Bank of America könnte jede Verzögerung in diesem Prozess die zukünftige Geldpolitik beeinflussen.