In jüngster Zeit dauern die geopolitischen Konflikte im Nahen Osten an, und die Erwartungen der Unternehmensführung hinsichtlich der Entwicklung der Ölpreise und der Dauer des Krieges sind zu einem zentralen Fokus des Marktes geworden. Dieser Bericht konzentriert sich auf die internen Szenarienanalysen der CFOs und CEOs großer Unternehmen im Hinblick auf die Krise im Hormuzstraße. Sollte der Verkehr durch die Straße bis Ende März nicht wieder normalisiert werden, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf Branchen wie die Luftfahrt- und Technologiesektoren haben. Die Managementebenen haben bereits Maßnahmen ergriffen, um potenzielle langfristige Auswirkungen hoher Energiekosten zu bewältigen.
Extrem-Szenarien für die Luftfahrtbranche: Ölpreis steigt auf 175 US-Dollar
Laut CNBC hat Scott Kirby, CEO von United Airlines, äußerst strenge Annahmen für diese Krise aufgestellt. Das Unternehmen hat begonnen, Belastungstests für ein Worst-Case-Szenario durchzuführen, bei dem der Rohölpreis auf 175 US-Dollar pro Barrel ansteigt. Er schätzt zudem, dass selbst wenn sich die Krise entspannt, die globalen Ölpreise bis 2027 wahrscheinlich auf einem historisch hohen Niveau von über 100 US-Dollar bleiben werden. Kirby betont, dass diese Prognose möglicherweise nicht eintreten wird, aber es sei vernünftig, sich auf diese potenzielle Realität vorzubereiten. Diese defensive Annahmestrategie spiegelt die hohe Wachsamkeit energieintensiver Branchen gegenüber geopolitischer Unsicherheit wider. Sie zeigt nicht nur die tiefen Sorgen der Unternehmen um Kostenkontrolle, sondern deutet auch darauf hin, dass zukünftige Ticketpreise und globale Logistikkosten langfristigem Inflationsdruck ausgesetzt sein könnten.
Drei Szenarien, bei denen eine Wiederaufnahme bis Ende März entscheidend ist
In internen Diskussionen des CNBC-Finanzvorstandskomitees wiesen Finanzchefs der Energiewirtschaft darauf hin, dass Unternehmen drei Szenarien für die Dauer des Konflikts planen: eine Wiederaufnahme des Verkehrs durch die Straße bis Ende März, eine Wiederaufnahme Mitte des Jahres sowie eine anhaltende Blockade bis Ende des Jahres. Da die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines dieser Szenarien derzeit schwer vorherzusagen ist, sind die Führungskräfte gezwungen, sich auf die schlimmsten Fälle vorzubereiten. John Kilduff, Marktanalyst für Öl und Energie bei Again Capital, sagte in einer Telefonkonferenz den CFOs, dass die Händler eine ähnliche Einschätzung teilen: Innerhalb von etwa zwei Wochen müsse eine Lösung gefunden werden, sonst werde der Ölpreis weiter steigen, und die globale Wirtschaft müsse sich auf Energieknappheit in Asien und eine Abschwächung der Industrieaktivitäten vorbereiten. Das bedeutet, dass Unternehmen innerhalb eines äußerst kurzen Zwei-Wochen-Fensters ihre Lieferketten-Reserven und Finanzplanung anpassen müssen.
Polymarket ist noch pessimistischer? Nur 35 % erwarten eine Normalisierung bis Ende April
Polymarket bietet Verträge zu den Ereignissen im Hormuzstraße an. Für die bis Ende März laufenden Verträge liegt die Wette darauf, wie viele Schiffe die Straße passieren können, während die Einschätzung, dass der Verkehr im Hormuzstraße bis Ende April wieder normal sein wird, nur bei 35 % liegt. Dies zeigt, dass die Mehrheit der Investoren weiterhin pessimistisch eingestellt ist.
Indirekte Auswirkungen auf die Tech-Branche und makroökonomische Überlegungen
Obwohl die Technologiebranche nicht direkt zu den großen Energieverbrauchern zählt, sind ihre Sorgen über eine Verzögerung des Konflikts ebenso groß wie bei traditionellen Branchen. Führungskräfte der Tech-Industrie betonen, dass steigende Energiepreise im Nahen Osten und weltweit erhebliche makroökonomische Belastungen mit sich bringen werden. In einem Umfeld der „importierten Inflation“ wird die reale Kaufkraft der Endverbraucher unweigerlich geschwächt. Diese Nachfragerückgänge werden letztlich auf die Investitionen im B2B-Bereich übertragen, was sich unmittelbar auf die Umsätze der Tech-Unternehmen auswirkt. Dies verdeutlicht, dass in einer hochvernetzten globalen Wirtschaft kaum eine Branche vollständig immun gegen eine langfristige Energiekrise ist.
Dieser Artikel erschien erstmals bei Chain News ABMedia unter dem Titel: „Wann normalisiert sich die Hormuzstraße? Unternehmensszenarien deuten auf einen Ölpreis von bis zu 175 US-Dollar hin.“