Die Bank of Montreal, kurz BMO, arbeitet mit der Derivatebörse CME Group und Google Cloud zusammen, um eine Plattform für tokenisiertes Bargeld und Einlagen zu starten. Damit wird BMO die erste Bank sein, die die tokenisierte Bargöslösung von CME Group auf Google Cloud Universal Ledger (GCUL) anbietet, teilten die drei Unternehmen am Dienstag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Zusammenarbeit ermöglicht es den institutionellen Kunden von BMO, US-Dollar rund um die Uhr in tokenisierte Instrumente umzuwandeln, was Echtzeit-Margin Calls, Sicherheitenbewegungen und Abwicklungen ohne die Beschränkungen der traditionellen Bankzeiten ermöglicht, so die Mitteilung. BMO plant, das Abwicklungsinstrument in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 regulierten Finanzdienstleistern anzubieten, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung.
„Kunden können Gelder kontinuierlich bewegen, wenn der Markt es verlangt, nicht nur, wenn die Banköffnungszeiten es zulassen“, sagte Derek Vernon, Leiter der nordamerikanischen Treasury- und Zahlungslösungen bei BMO, in einer Erklärung. Die Ankündigung ist ein weiterer Meilenstein in der Partnerschaft zwischen CME und Google Cloud, die bis März 2025 zurückreicht, als CME Group die erste Phase der Integration und Tests für GCUL abschloss. Das Google Cloud Universal Ledger ist ein programmierbares verteiltes Ledger, das für Großhandelszahlungen und Asset-Tokenisierung entwickelt wurde und auf Python-basierte Smart Contracts setzt. Es unterscheidet sich dadurch von Blockchains, die typischerweise Solidity für Ethereum verwenden. CME-CEO Terry Duffy kündigte die Partnerschaft mit Banken während des Q4-Gewinncalls im Februar an, bei dem er bestätigte, dass die tokenisierte Bargöslösung in diesem Jahr mit Hilfe einer „anderen Depotbank“ eingeführt werden soll, um diese Transaktionen zu erleichtern. CME verlagert außerdem seine Kryptowährungs-Futures und -Optionen Anfang 2026 auf den 24/7-Handel, was eine nahtlose, immer verfügbare Sicherheiten-Infrastruktur zunehmend wichtiger macht.
Das Geschäft passt auch in eine breitere Welle institutioneller Innovationen. JPMorgan hat bereits tokenisierte Einlagen auf Coinbase’s Layer-2-Blockchain Base über sein JPMD-Einlagen-Token eingeführt. Gleichzeitig plant Fidelity Investments die Einführung eines US-Dollar-gestützten Stablecoins namens Fidelity Digital Dollar. Für BMO soll die Plattform die Grundlagen über das Clearing hinaus legen: Die Bank plant außerdem, tokenisierte Einlagen anzubieten, die allgemeine B2B-Zahlungen, Treasury-Bewegungen und programmierbare Bargeldanwendungen für eine breitere Kundengruppe ermöglichen.