OpenAI schließt den Sora App, der nur ein halbes Jahr online war, und die Disney-Zusammenarbeit in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar ist ebenfalls gescheitert. Aufgrund von urheberrechtlichen Streitigkeiten in den USA und Japan im Zusammenhang mit generierten Videos wird sich das Team künftig auf KI-Programmierung und Desktop-Anwendungen konzentrieren.
Der Entwickler von ChatGPT, OpenAI, kündigte überraschend an, das populäre Video-Generator-Tool Sora App nach nur sechs Monaten auf den Markt zu bringen zu schließen.
Laut dem Wall Street Journal hat CEO Sam Altman den Mitarbeitern mitgeteilt, dass Sora App sowie der API-Zugang für Entwickler vollständig eingestellt werden, und es gibt derzeit keine Pläne, diese Funktion in ChatGPT zu integrieren.
Das Hollywood Reporter berichtete ebenfalls, dass die im Dezember letzten Jahres angekündigte Investition von Disney in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar in OpenAI ebenfalls beendet wird. Ursprünglich sollte Sora Nutzern die Erstellung mit Disney-Charakteren ermöglichen und die KI-generierten Videos auf Disney+ streamen.
Ein Disney-Sprecher erklärte dazu, dass man den Rückzug von OpenAI aus dem Video-Generierungsgeschäft respektiere und den Fokus auf andere Bereiche verlagere.
Als Sora App gestartet wurde, war sie nur auf Einladung zugänglich und führte zu einem Ansturm auf die Registrierung. Laut Appfigures erreichte Sora im November 2025 den Höhepunkt der Downloads mit etwa 3,33 Millionen auf iOS und Google Play zusammen, und die Einnahmen aus In-App-Käufen wurden auf rund 2,1 Millionen US-Dollar geschätzt.
Doch bei der Einführung des Sora 2 Modells im September 2025, das realistische Generierungsfähigkeiten bot, kam es zu erheblichen Urheberrechtsstreitigkeiten.
Nicht nur Hollywood-Studios und die US-Schauspielergewerkschaft äußerten Bedenken, auch in Japan wurde die Debatte hitziger. Die japanische Regierung forderte OpenAI auf, Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden, und die Shueisha, die die Rechte an „Demon Slayer“ besitzt, sowie 17 weitere Verlage veröffentlichten eine Erklärung, in der sie OpenAI aufforderten, konkrete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
Die Japan Content Overseas Distribution Association (CODA), die 36 Unternehmen, darunter Studio Ghibli, vertritt, schrieb ebenfalls einen offiziellen Brief an OpenAI und forderte ein vollständiges Verbot unautorisierter KI-Trainings.
Bildquelle: CODA, vertreten durch 36 Unternehmen, darunter Studio Ghibli, forderte OpenAI in einem Schreiben auf, unautorisierte KI-Trainings sofort einzustellen.
Wenn Sora App weiterhin wächst, könnte OpenAI den Betrieb fortsetzen. Doch im Februar 2026 sank die Zahl der Downloads auf 1,13 Millionen. Obwohl diese Zahl hoch erscheint, ist sie im Vergleich zu den 900 Millionen aktiven wöchentlichen Nutzern von ChatGPT sehr gering.
Das US-Magazin TechCrunch meint, dass das Sora 2 KI-Video-Generierungsmodell zwar noch existiert, aber möglicherweise hinter der Bezahlschranke von ChatGPT versteckt ist. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine neue Community-basierte KI-Video-App auf den Markt kommt.
OpenAI hat bisher keine offizielle Stellungnahme oder Erklärung zum Schließen von Sora App abgegeben. Laut The Verge gab es vor einigen Monaten eine interne Warnung von Altman bezüglich des Wettbewerbs zwischen ChatGPT und Google Gemini, was auf interne Umstrukturierungen hindeutet.
Die Wall Street Journal berichtete letzte Woche, dass OpenAI an der Entwicklung einer Desktop-„Super-App“ für ChatGPT arbeitet, um die Produktlinien rund um Codex und den KI-Browser zu vereinfachen.
Der leitende Angestellte Fidji Simo schrieb in sozialen Medien, dass OpenAI eine Phase der Erkundung und Neuausrichtung durchläuft. Wenn neue Investitionen wie bei Codex Früchte tragen, ist es wichtig, den Fokus zu verstärken und Ablenkungen zu vermeiden.