Ethereum gründet „Post-Quantum-Security"-Team, Protokoll-Upgrade vor 2029 abgeschlossen, SNARK verhindert Leistungskollaps

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Am Dienstag hat ein Mitglied der Ethereum Foundation offiziell das „Post-Quantum Ethereum“ Ressourcen-Center gestartet und angekündigt, dass bis 2029 eine Integration quantenresistenter Lösungen auf Protokollebene erfolgen soll; das Team gab zu, dass die eigentliche Herausforderung darin besteht, Milliarden von Konten zu upgraden und Migrationen vor neuen Schwachstellen zu schützen.

(Frühere Zusammenfassung: Beginnen Quantencomputer, Bitcoin zu knacken? Nvidia investierte in PsiQuantum, das voraussichtlich nächstes Jahr in Betrieb geht)
(Hintergrund: Quantencomputing wird Kryptowährungen nicht töten, sondern sie nur stärker machen)

Die Ethereum-Community bewegt sich von Diskussionen hin zu praktischer Umsetzung im Umgang mit quantenbedrohungen. Mitglieder der Ethereum Foundation haben am Dienstag (25. März) die offizielle Website „Post-Quantum Ethereum“ gestartet, auf der das Ziel festgelegt wurde, bis 2029 eine quantenresistente Integration auf Protokollebene zu erreichen, während Lösungen auf Ausführungsebene folgen werden.

Auf der Website wurde eine klare Aussage hinterlassen: „Die Migration eines dezentralen globalen Protokolls erfordert jahrelange Koordination, Engineering und formale Verifikation. Diese Arbeit muss vor dem tatsächlichen Eintreten der Bedrohung begonnen werden.“

SNARK ist die erste Verteidigungslinie – Leistung bewahren, bevor man gegen Quanten resistent wird

Das Team für Post-Quantum-Ansätze priorisiert derzeit die Integration von SNARKs (Zero-Knowledge Succinct Non-Interactive Arguments of Knowledge) in das Ethereum-Protokoll. Ziel ist es, die Netzwerkleistung nach der Einführung quantenresistenter Signaturlösungen nicht erheblich zu beeinträchtigen.

Der Unterschied bei den Gas-Kosten zeigt, warum dies eine Herausforderung ist: Die aktuelle ECDSA-Signaturüberprüfung benötigt nur etwa 3.000 Gas, während ZK-SNARK-Überprüfungen bereits auf 300.000 bis 500.000 Gas steigen, und die quantenresistente STARK-Überprüfung wird auf bis zu 10 Millionen Gas geschätzt. Das Upgrade ohne Einbußen bei der Netzwerkdurchsatzleistung ist die zentrale Herausforderung.

Der Schutzbereich der quantenresistenten Lösungen erstreckt sich über die Konsens-, Ausführungs- und Datenschichten des Ethereum-Netzwerks. Vitalik hat in seiner Quanten-Roadmap auch vier Schwachstellen identifiziert: BLS-Signaturen im Konsens, KZG-Verpflichtungsmechanismus, ECDSA-Signaturen und das Zero-Knowledge-Proof-System selbst. Der EIP-8141-Entwurf schlägt in diesem Rahmen ein „Verifizierungs-Framework“ vor, bei dem jede Transaktion eine Validierungs-Frame enthält, der durch STARKs ersetzt werden kann.

Das eigentliche Problem ist nicht die Wahl des Algorithmus, sondern die sichere Migration von Milliarden Konten

Das Team macht deutlich, dass die technische Herausforderung nur ein Teil des Problems ist: „Die Wahl eines post-quantensicheren Algorithmus ist nur eine Herausforderung. Schwieriger ist es, Milliarden von Konten sicher zu upgraden, die Migration vor neuen Schwachstellen zu schützen, neue Angriffsflächen zu vermeiden, die Leistung zu erhalten und die einheitliche Akzeptanz im gesamten Ökosystem zu koordinieren.“

Bei der Priorisierung des Upgrades steht die Standard-Ethereum-Wallet für normale Nutzer an erster Stelle, gefolgt von hochpreisigen Organisationen, darunter Börsen, Cross-Chain-Bridges und Custodial-Services, die mit ihren Konten verbunden sind.

Wie groß ist die Bedrohung? Die Branche ist sich uneins

Was die tatsächliche Bedrohung durch Quantencomputing betrifft, gibt es innerhalb der Krypto-Industrie unterschiedliche Meinungen. Will Owens von Galaxy Digital glaubt, dass nur Wallets mit öffentlich bekannten Schlüsseln tatsächlich gefährdet sind; Charles Edwards von Capriole Investments ist pessimistischer und warnt, dass alle on-chain Assets potenziell bedroht sind.

Die Post-Quantum-Sicherheits-Teams vertreten die Position, dass es derzeit keine unmittelbare quantenbedingte Gefahr für kryptografisch geschützte Blockchains gibt. Das ist auch der Grund, warum sie „frühzeitig vorbereiten“ statt „dringend reagieren“ betonen – die Komplexität der Implementierung erfordert eine mehrjährige Vorlaufzeit.

Der Zeitplan für Quantenhardware bis 2027 ist eine realistische Referenz für das Ethereum-Ziel 2029

Das Post-Quantum-Team von Ethereum wurde bereits im Januar 2026 offiziell gegründet. Die Veröffentlichung des Ressourcen-Centers markiert einen wichtigen Meilenstein für die Offenlegung des Fortschritts gegenüber externen Entwicklern und Forschern.

Dieser Zeitplan ist nicht willkürlich gesetzt. Nvidia investierte in PsiQuantum, das in Chicago eine Million-Quantenbit-Anlage baut, die voraussichtlich 2027 in Betrieb geht; eine Forschungsarbeit von ARK Invest schätzt, dass etwa 35 % der Bitcoins durch öffentlich bekannte Schlüssel im Zeitalter der Quanten bedroht sein könnten. Wenn Ethereum erst bei tatsächlicher Reife der Quantenhardware migriert, wird der Zeitrahmen für Koordination und Validierung äußerst knapp. Im ETH-2030-Upgrade-Plan sind bereits sechs neue Signatur-Methoden, 13 EVM-Precompiles und rekursive STARK-Aggregation vorgesehen. Post-Quantum-Sicherheit wird somit zu einem der Kernpunkte der nächsten fünf Jahre für Ethereum.

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