Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist die Bitcoin-Hashrate BTC$67.424,78, die gesamte Rechenleistung, die das Netzwerk absichert, im ersten Quartal gefallen. Derzeit liegt sie etwa 4 % im bisherigen Jahresverlauf niedriger und pendelt um rund 1 Zettahash pro Sekunde (ZH/s).
In den vergangenen fünf Jahren ist die Rate laut Glassnode-Daten von ungefähr 100 Exahashes pro Sekunde (EH/s) regelrecht explodiert – ein Anstieg um das Zehnfache. Jedes Jahr stieg die Kennzahl im ersten Quartal und endete mit starkem Wachstum über das gesamte Jahr hinweg von mehr als 10 %. Im Jahr 2022 hat sich der Wert nahezu verdoppelt.
BTC-Hashrate YoY (Glassnode)
Der Wandel im Jahr 2026 spiegelt sich verändernde Wirtschaftlichkeit im Bitcoin-Mining-Sektor wider. Mit Produktionskosten nahe $90.000 pro Bitcoin und einem Spot-Preis, der näher bei $67.000 liegt, sind die Margen negativ. Als Reaktion darauf wechseln viele börsennotierte Miner zu künstlicher Intelligenz und Hochleistungsrechen-Infrastruktur, wo die Renditen höher und besser planbar sind.
Dieser Übergang wird über die Ausgabe von Schuldtiteln und Bitcoin-Verkäufe finanziert, wodurch die Wiederinvestitionen in das Bitcoin-Mining sinken. Infolgedessen wird das Hashrate-Wachstum zunehmend empfindlicher gegenüber dem Preis der Kryptowährung: Schwächere Preise dürften weitere Rückgänge auslösen, da kleinere Betreiber aussteigen.
Während eine fallende Hashrate zwar Bedenken hinsichtlich der Netzwerksicherheit wecken kann, könnte die Dezentralisierung wichtiger sein als die absolute Größe. Börsennotierte US-Miner haben mehr als 40 % der globalen Hashrate ausgemacht, und eine Verringerung ihres Einflusses könnte zu einem stärker geografisch verteilten Netzwerk führen. In diesem Sinne könnte der aktuelle Wandel letztlich die Dezentralisierung unterstützen.
Trotz der Verlangsamung prognostiziert CoinShares weiterhin ein Hashrate-Wachstum auf etwa 1,8 ZH/s bis zum Ende des Jahres 2026 – unter der Voraussetzung, dass sich Bitcoin in Richtung $100.000 erholt.
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