Der Kryptomarkt steht am letzten Tag im März im Minus, da der Verkaufsdruck der Verkaufsseite den Markt weiter erschüttert. Bitcoin (BTC) ist auf das Niveau von 66.000 $ gefallen, während die Altcoins nachziehen. Makro- Gegenwinde und geopolitische Spannungen lösen eine neue Welle der Volatilität aus
Gleichzeitig verstärken Derivate-Liquidationen, vorsichtige institutionelle Positionierung und eine sich verschlechternde Stimmung den Ausverkauf. Marktteilnehmer beobachten nun, ob Bitcoin sich nahe den aktuellen Kursniveaus halten kann oder tiefergehende Verluste drohen.
Bitcoin wurde am 31. März bei 66.610 $ gehandelt und verzeichnete den schwächsten wöchentlichen Schlusskurs des Monats. Der Vermögenswert fiel in den vergangenen 24 Stunden um etwa 1,93%. Der breitere Kryptomarkt bewegte sich in die gleiche Richtung: Die gesamte Marktkapitalisierung sank um 1,44% auf rund 2,29 Billionen $.
Bitcoin (BTC) Preis 31. März | Quelle: CoingeckoMakroentwicklungen beeinflussten die Stimmung, nachdem der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed) Jerome Powell signalisiert hatte, dass die Zinssätze voraussichtlich stabil bleiben würden, obwohl die Ölpreise weiter steigen. Berichten zufolge kam Rohöl zuletzt in die Nähe von 105 $ – vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran. Höhere Energiepreise stärken häufig den US-Dollar und verschärfen die Liquiditätsbedingungen, was in der Regel Risikoanlagen wie Kryptowährungen belastet.
Auch geopolitische Entwicklungen halten den Kryptomarkt weiterhin auf Trab. Kürzlich sagte US-Präsident Donald Trump, dass er das US-Iran-Konflikt in mehreren Wochen beenden wolle. Dennoch bleiben die Unsicherheit bezüglich der Straße von Hormus und mögliche Störungen in der Energieversorgung für die globalen Märkte relevant.
Auch institutionelle Zuflüsse tragen zu den aktuellen Marktbewegungen bei. Daten von SoSoValue zeigen, dass US-Spot-Bitcoin-ETFs am 30. März 69,44 Millionen $ an Nettozuflüssen verzeichneten. Spot-Ether-ETFs fügten im selben Zeitraum 4,96 Millionen $ hinzu.
Trotz dieser Zuflüsse scheinen viele große Investoren das Risiko reduziert zu haben. Trader passen ihre Positionen an, während die Unsicherheit bezüglich der Makropolitik und globaler Ereignisse zunimmt. Diese Verschiebung übt Druck auf gehebelte Trades in den Derivatemärkten aus.
Da BTC abstürzt, wurden in den vergangenen 24 Stunden rund 79,85 Millionen $ an Bitcoin-Positionen liquidiert. Gleichzeitig ist das Derivate-Handelsvolumen um 78% auf etwa 794 Milliarden $ gestiegen. Hoher Leverage verstärkt die Verluste und beschleunigt den Verkaufsdruck im gesamten Markt.
Laut den On-Chain-Daten, die von CryptoQuant bereitgestellt wurden, haben begonnen, langfristige Bitcoin-Inhaber mit Verlusten zu verkaufen. Diese Bewegung wird von Analysten typischerweise als Kapitulation bezeichnet, und sie zeigt sich normalerweise, wenn der Markt unter extremen Druck steht.
Bitcoin Long-Term Holder SOPR | Quelle: CryptoQuant## Altcoins fallen, während Bitcoin nachgibt
Ethereum (ETH), die zweitgrößte Altcoin-Gruppe, fällt ebenfalls zusammen mit Bitcoin. Ethereum fiel nach mehreren Sitzungen mit Abwärtsdruck in Richtung der 2.000-Dollar-Marke. XRP hingegen wurde nahe seiner 1,30-Dollar-Unterstützungszone gehandelt, nachdem der Schwung nachgelassen hat.
Auch andere große Kryptowährungen verzeichneten Rückgänge. Solana, Dogecoin, Cardano und BNB fielen alle, da Trader ihre Expositionen im gesamten Markt zurückfuhren. Altcoins reagieren im Allgemeinen stärker, wenn Bitcoin fällt, da bei diesen Assets eine geringere Liquiditätsspanne vorhanden ist.
Die Stimmung im Kryptomarkt hat sich in den vergangenen Tagen verschlechtert. Derzeit liegt der Crypto Fear and Greed Index bei 11, was darauf hindeutet, dass der Markt extreme Angst erlebt. Diese Werte sind typisch, wenn es sowohl zu einem starken Ausverkauf als auch zu hoher Unsicherheit kommt.
Crypto Fear and Grid Index 31. März | Quelle: Alternative.meZusätzlich könnten mehrere Entwicklungen die Kryptomärkte Anfang April beeinflussen. Der US-Jobs-Report für März wird am 3. April veröffentlicht. Beeindruckende Beschäftigungszahlen würden die Prognosen für kurzfristig fallende Zinssätze dämpfen
Trader müssen außerdem Inflationsdaten im Blick behalten. Der Consumer Price Index-Report (Verbraucherpreisindex) vom 10. April liefert neue Informationen zu den Preisen, bevor das nächste Treffen der Federal Reserve zur Geldpolitik am 28.-29. April stattfindet