Der Spotpreis für Brent-Rohöl erreicht ein neues Hoch seit 2008, Experten weisen darauf hin: Der Terminpreis bildet die tatsächlichen Gegebenheiten nicht ab

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Laut den neuesten Daten von S&P Global ist der Spotpreis für Brent-Rohöl auf 141,36 USD pro Barrel gestiegen und hat damit einen neuen Höchststand seit dem Finanzcrash von 2008 erreicht. Der Kern dieser Preisbewegung liegt darin, dass der Iran die Straße von Hormus blockiert, wodurch es weltweit zu einer starken kurzfristigen Verknappung der physischen Rohölversorgungsketten kommt. Experten machen zudem deutlich, dass die aktuellen Terminpreise die tatsächlichen Gegebenheiten nicht widerspiegeln.

Spotpreis für Brent-Rohöl erreicht neuen Höchststand seit dem Finanzcrash von 2008

Wie CNBC berichtet, liegt der Spotpreis für Brent-Rohöl bei 141,36 USD und spiegelt den aktuellen Bedarf an kurzfristiger Lieferung wider; damit wurde ebenfalls ein neuer Höchststand seit dem Finanzcrash von 2008 verzeichnet. Gleichzeitig nähert sich der Preis für europäisches Diesel einem Niveau von 200 USD pro Barrel. Diese Daten zeigen objektiv, dass die globale physische Rohölversorgung aufgrund der Blockade der Straße von Hormus einem erheblichen und unmittelbaren Mangel gegenübersteht. Im Vergleich zu langfristigen Preis-Erwartungen führen die kurzfristig gestörte Logistik und die reale Nachfrage dazu, dass die Handelspreise im Spotmarkt direkt nach oben getrieben werden, was die Dringlichkeit der aktuellen Energieversorgungsketten verdeutlicht.

Terminpreise spiegeln die realen Gegebenheiten nicht wider

Bemerkenswert ist, dass der Spotpreis für Brent-Rohöl um 32,33 USD über dem Terminpreis für Lieferungen im Juni liegt (109,03 USD). Dass der Spotpreis höher ist als der Terminpreis für die Zukunft, wird im Finanzbereich als „Backwardation“ bezeichnet. Diese große Preisdifferenz zeigt, dass der Finanzterminmarkt die Auswirkungen der Unterbrechung in der physischen Versorgung noch nicht vollständig eingepreist hat.

Der Gründer von Energy Aspects, Amrita Sen, sagte in einem Interview mit dem CNBC-Programm, dass der Terminpreis „fast ein trügerisches Gefühl der Sicherheit vermittelt und den Eindruck erweckt, die Lage sei nicht so angespannt“.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass die relativ stabilen Kursangaben im Terminmarkt die angespannte Situation im physischen Ölmarkt möglicherweise verdecken und dazu führen könnten, dass einige Marktteilnehmer den aktuellen Druck auf die Versorgung unterschätzen. Und derzeit liegt der Preis für europäischen Diesel bereits nahe bei 200 USD pro Barrel.

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