Am 11. März wurde bekannt gegeben, dass Ripple seine strategische Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum beschleunigt. Das Unternehmen plant, durch den Erwerb von BC Payments Australia Pty Ltd eine australische Finanzdienstleistungslizenz (AFSL) zu beantragen, um sein grenzüberschreitendes Zahlungs- und Blockchain-Infrastrukturgeschäft weiter auszubauen. Diese Transaktion steht noch unter der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden. Nach Erhalt der Genehmigung wird Ripple in der Lage sein, regulierte digitale Vermögenswerte-Zahlungsdienste für australische Banken, Fintech-Unternehmen und Unternehmenskunden anzubieten.
Fiona Murray, Geschäftsführerin für den asiatisch-pazifischen Raum bei Ripple, sagte, Australien sei ein wichtiger Markt für das Unternehmen in der Region. Der Erhalt der AFSL werde die Fähigkeiten von Ripple Payments vor Ort verbessern. Mit Blockchain-Technologie und digitalen Vermögenswerten möchte das Unternehmen schnellere, transparentere und zuverlässigere grenzüberschreitende Geldtransfers für Kunden ermöglichen. Derzeit hat Ripple Partnerschaften mit mehreren australischen Unternehmen aufgebaut, darunter Hai Ha Money Transfer, Stables, Caleb & Brown, Flash Payments und Independent Reserve.
Gleichzeitig besitzt Ripple weltweit über 75 regulatorische Lizenzen und verarbeitet grenzüberschreitende Zahlungsdienste in mehr als 60 Märkten, mit einem kumulierten Transaktionsvolumen von über 100 Milliarden US-Dollar. Daten zeigen, dass das Zahlungsvolumen von Ripple im asiatisch-pazifischen Raum bis 2025 voraussichtlich verdoppelt wird. Zudem ist das Unternehmen an dem von der Reserve Bank of Australia und dem Digital Finance Cooperative Research Centre gemeinsam vorangetriebenen Projekt Acacia beteiligt.
Während das institutionelle Geschäft weiter wächst, zeigt die Marktnachfrage nach XRP deutliche Anzeichen einer dominierenden Privatanlegerbasis. Laut Daten verwalteten XRP-bezogene ETFs bis zum 31. Dezember 2025 ein Vermögen von etwa 1,342 Milliarden US-Dollar, wobei nur rund 15,9 % davon von institutionellen Investoren gehalten werden, die 13F-Berichte eingereicht haben. Im Vergleich dazu ist die Beteiligung institutioneller Investoren bei Bitcoin- und Ethereum-ETFs deutlich höher.
James Seyffart, leitender Forschungsanalyst bei Bloomberg Intelligence, erklärte, dass XRP-ETFs auch während Preisrückgängen relativ stabile Kapitalmengen aufweisen. Die Hauptkäufer hinter diesen ETFs sind wahrscheinlich zahlreiche Privatanleger, die keine 13F-Berichte einreichen.
Hinsichtlich der institutionellen Bestände zeigen veröffentlichte Daten, dass Goldman Sachs etwa 153,8 Millionen US-Dollar an XRP (rund 83,6 Millionen Coins) hält. Millennium Management besitzt etwa 23 Millionen US-Dollar, Logan Stone Capital etwa 5,3 Millionen US-Dollar.
On-Chain-Daten deuten ebenfalls auf eine aktive Privatanlegernachfrage hin. Analyst Darkfost bemerkte, dass die Zahl der XRP-Abhebungen in letzter Zeit deutlich gestiegen ist, wobei an manchen Tagen mehr als 14.000 Abhebungen verzeichnet wurden. Große Geldtransfers in private Wallets werden oft als langfristige Halteabsicht interpretiert und könnten den Marktpreisdruck verringern.
Experten sind der Ansicht, dass die Expansion des institutionellen Zahlungsnetzwerks von Ripple und die wachsende Nachfrage von Privatanlegern für XRP eine „Zwei-Säulen-Entwicklung“ darstellen. Während Institutionen vor allem an der regulatorischen Infrastruktur interessiert sind, konzentrieren sich Privatanleger auf Handelsmöglichkeiten und Marktperformance. Wenn Ripple sein grenzüberschreitendes Zahlungsnetzwerk weiter ausbaut und die tatsächliche Nutzung von XRP erhöht, könnten sich diese beiden Kräfte allmählich vereinen und der Ökosphäre langfristigen Wert verleihen.