Vereinigtes Königreich startet offiziell CARF, fordert Krypto-Plattformen auf, Transaktions- und Identitätsdaten zu sammeln und automatisch Steuererklärungen einzureichen, grenzüberschreitender Datenaustausch ist online gegangen, was das Ende der anonymen Krypto-Investitionen einläutet.
Laut Financial Times setzt das Vereinigte Königreich ab dieser Woche das von der OECD entwickelte „Cryptoasset Reporting Framework“ (CARF) offiziell um und gehört damit zu den ersten Ländern weltweit, die dieses System umfassend implementieren. Das neue Regelwerk tritt am 1. Januar in Kraft und verlangt von Krypto-Börsen und Dienstleistern im Inland, vollständige Transaktions- und Identitätsdaten der Nutzer zu erfassen und an HM Revenue & Customs zu melden.
Das Kernziel dieses Systems ist es, die Steuertransparenz für Krypto-Assets auf das Niveau traditioneller Finanzkonten zu heben und das langjährige Problem der schwer nachverfolgbaren grenzüberschreitenden digitalen Vermögenswerte zu beenden. Das Vereinigte Königreich ist eines der ersten 48 Länder, die CARF umsetzen, was symbolisiert, dass die wichtigsten Volkswirtschaften Kryptowährungen nicht mehr als Grauzone ansehen.
Gemäß den neuen Vorschriften müssen Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen die Namen, Geburtsdaten, Adressen, steuerliche Ansässigkeit und Steuer-Identifikationsnummern der Nutzer erfassen und speichern sowie deren Kaufpreise, Verkaufssummen, Gewinne und Verluste sowie Überweisungsaufzeichnungen vollständig dokumentieren. Unabhängig davon, ob die Nutzer in Großbritannien ansässig sind oder nicht, solange Transaktionen über britische Plattformen erfolgen, müssen die entsprechenden Informationen aufbewahrt werden.
Die britische Steuerbehörde kündigte an, dass die Datenerfassung sofort beginnen wird, die erste offizielle Meldung vor Mai 2027 erfolgen soll und alle Transaktionen aus dem Jahr 2026 rückwirkend erfasst werden.
Zukünftig werden diese Informationen auch über das OECD-System mit anderen teilnehmenden Ländern automatisch ausgetauscht, um ein grenzüberschreitendes Steuerüberwachungsnetzwerk aufzubauen. Bei falschen oder unvollständigen Angaben droht eine Geldstrafe von bis zu 300 Pfund, und Steuerhinterziehung kann zu Nachzahlungen und verschärften Strafen führen.
Das Interesse Großbritanniens an der Steuerung von Krypto-Assets ist kein neues Phänomen. In den letzten Jahren haben Regulierungsbehörden mehrfach gewarnt, dass die Dunkelziffer bei falschen Steuererklärungen im Krypto-Bereich hoch ist, insbesondere bei jüngeren Anlegern, bei denen digitale Vermögenswerte zunehmend traditionelle Aktien als Hauptinvestitionsobjekt ersetzen. Obwohl Großbritannien bereits Steuervorschriften hat, fehlte es bisher an automatisierten Datenquellen, was die Durchsetzung erschwerte.
Deshalb haben Großbritannien und die USA im September 2025 eine gemeinsame Arbeitsgruppe gegründet, um die Zusammenarbeit bei Geldwäschebekämpfung und grenzüberschreitender Überwachung zu verstärken und die Einbindung von Krypto-Anbietern in strengere Finanzaufsichtsstrukturen voranzutreiben. CARF ist ein zentrales Element dieser Maßnahmen, das den Steuerbehörden eine vollständige Übersicht über den Fluss digitaler Vermögenswerte ermöglicht.
Derzeit haben etwa 75 Länder die Einführung von CARF zugesagt, darunter wichtige Finanzzentren wie Singapur, die Schweiz, Hongkong und die Vereinigten Arabischen Emirate. Es wird erwartet, dass in den kommenden Jahren weitere Länder dem Melde- und Datenaustauschsystem beitreten. Die USA planen die Umsetzung ab 2028 und die erste internationale Datenfreigabe ab 2029.
Steuerexperten in Großbritannien erklären, dass „das Zeitalter der anonymen Krypto-Investitionen vorbei ist“, und zukünftige Krypto-Transaktionen in Bezug auf Steuertransparenz mit Bankkonten vergleichbar sein werden. Mit dem allmählichen Aufbau eines globalen Meldenetzwerks müssen Krypto-Inhaber ihre Compliance-Risiken neu bewerten. Dies markiert auch den Beginn einer neuen Phase, in der der Krypto-Markt vollständig reguliert und institutionalisiert wird.