Die Europäische Union(EU) hat eine unkonventionelle Karte gespielt, um langjährige administrative Barrieren abzubauen, die das Wachstum behindert haben, und ein einheitliches digitales Startup-Ökosystem aufzubauen.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat kürzlich die einheitliche Unternehmensrechtsstruktur “EU Inc. (Europäische Aktiengesellschaft)” vorgestellt, die in ganz Europa anwendbar ist. Dies ist eine sogenannte “28. Institution”, die es Startups ermöglicht, ohne die unterschiedlichen Rechtssysteme der 27 Mitgliedstaaten zu befolgen, unter einer standardisierten Regelung zu gründen und zu wachsen.
■ “Nicht mehr nach Delaware gehen”… Reduzierung der Verwaltungskosten ist ‘Kern’
Langfristig war das größte Problem des europäischen Startup-Ökosystems die “Fragmentierung”. Unternehmen, die in Lissabon gegründet wurden, mussten bei Expansion in Nachbarländer jeweils die unterschiedlichen Gründungsverfahren, Insolvenzgesetze und Aktienstrukturen anpassen. Die dabei entstehenden hohen Rechtskosten und administrativen Verzögerungen sind die Hauptursachen für den Abfluss von Talenten nach Amerika (z.B. Delaware).
Die kürzlich angekündigte “EU Inc.” enthält folgende Innovationen, um diese Situation zu durchbrechen: ▲ Online-Gründung innerhalb von 48 Stunden ▲ Abschaffung der verpflichtenden Anwesenheit eines Notars ▲ Anerkennung eines einheitlichen Rechtssubjekts in allen 27 Mitgliedstaaten ▲ Anwendung standardisierter Aktienanreiz- und Insolvenzverfahren.
Besonders bei gleichzeitiger Beibehaltung der steuerlichen und arbeitsrechtlichen Souveränität der einzelnen Staaten wurde das “Rechtsgerüst” der Unternehmen auf europäischer Ebene vereinheitlicht, um eine Umgebung zu schaffen, in der Investoren Kapital investieren können, ohne sich um länderspezifische Rechtsrisiken sorgen zu müssen.
■ Bürgergetriebener ‘Bottom-up’-Innovationssieg… Blockchain- und Deep-Tech-Branchen begrüßen “Willkommen”
Die Bekanntgabe wird vor allem deshalb aufmerksam verfolgt, weil sie nicht von der Regierung, sondern aus dem zivilgesellschaftlichen Ökosystem initiiert wurde. Es ist das Ergebnis einer spontanen Petition, die im letzten Jahr von über 13.000 Unternehmern und Investoren unterzeichnet wurde und schließlich in eine politische Entscheidung mündete.
Laut TokenPost-Interviews begrüßen insbesondere Branchen wie Blockchain, Künstliche Intelligenz und Biotechnologie, die grenzüberschreitende Geschäfte anstreben, diese Initiative allgemein. Es wird angenommen, dass, wenn die Regulierung virtueller Vermögenswerte (MiCA) und die Unternehmensstruktur vereinheitlicht werden, Europa das weltweit klarste und effizienteste Umfeld für virtuelle Vermögenswerte und innovative Technologien schaffen wird.
Ein Branchenexperte kommentierte: “Früher, bei der groß angelegten Expansion in Europa, wurden ein beträchtlicher Teil der Seed-Investitionen für Anwaltskosten aufgewendet.” “Sobald ‘EU Inc.’ umgesetzt ist, können Unternehmer in Litauen, ohne umzuziehen, sofort auf einen einzigen Markt mit 450 Millionen Menschen zielen.”
■ Bleibende Herausforderung liegt in der ‘Umsetzung’… Kann die Bürokratie überwunden werden?
Experten sind sich einig, dass der Erfolg von “EU Inc.” von der tatsächlichen Umsetzung durch die Mitgliedstaaten abhängt. Entscheidend ist, wie man in den komplexen Interessenkonflikten der einzelnen Länder eine einheitliche regulatorische Interpretation aufrechterhält. Wenn die 27 Staaten die Regelung jeweils unterschiedlich auslegen, könnte dies eine weitere Form von Bürokratie hervorrufen.
Dennoch gilt die Ankündigung als ein bedeutender Wendepunkt, da Europa erstmals eine Politik aus der Perspektive der “Gestalter” und nicht der “Regulierer” entworfen hat.
Ob Europa durch “EU Inc.” die Geschwindigkeit bei der Entstehung von Unicorns, die hinter den USA und China zurückbleiben, wieder erhöhen und eine Grundlage für Gegenangriffe im Tech-Hegemonie-Krieg schaffen kann, ist ein Thema, das die globale Startup-Community genau verfolgt.