Der Bereich der Edelmetalle war in letzter Zeit ein Chaos. Silber schoss nach oben, brach dann fast um 30% zusammen, was sich wie Tage anfühlte, und Bergbauaktien schwanken wie Meme-Assets. Für die meisten Händler sieht diese Art von Volatilität nach Gefahr aus. Für Makroinvestoren sieht es wie ein Reset aus.
Genau diese Perspektive vertritt der Finanzanalyst Kevin Smith in einem kürzlich viral gewordenen Beitrag, in dem er argumentiert, dass der Rückgang bei Gold, Silber und Minen nicht das Ende der Bewegung ist, sondern der Beginn eines viel größeren Zyklus.
Sein Kernaussage ist einfach: Der Dollar könnte in eine dritte historische Abwertungswelle eintreten, und Silber könnte sich als einer der explosivsten Trades des Jahrzehnts herausstellen.
Smiths Chart verfolgt Gold im Vergleich zum S&P 500 über fast ein Jahrhundert und hebt drei große Perioden hervor, in denen der Dollar in strukturellen Wellen an realer Kaufkraft verlor.
Wenn Gold über längere Zeit besser abschneidet als Aktien, liegt das meist nicht daran, dass Investoren plötzlich Metalle lieben. Es liegt daran, dass das Vertrauen in die Währung und das Finanzsystem still und leise schwindet.
Das Chart markiert zwei klare historische Abwertungsperioden:
Die erste kam während der Großen Depression, als die US-Regierung die Bürger zwang, Gold abzugeben, und dann den Dollar offiziell abwertete, indem sie den Goldpreis anhob.
Die zweite begann 1971, als Nixon das Goldfenster schloss, das Bretton-Woods-System beendete und den Dollar frei floaten ließ. Diese Entscheidung löste eine Dekade der Inflation und eine massive Neubewertung von Sachwerten aus.
Quelle: X/@crescatkevin
Smith argumentiert, dass wir uns jetzt der dritten nähern.
Das Chart weist auch auf das hin, was Smith einen „Fehlstart“ in den frühen 2000er Jahren nennt.
Gold stieg während des Dotcom-Crashs und erneut während der Finanzkrise 2008 stark an, aber das System wurde nie vollständig zurückgesetzt. Stattdessen reagierte die USA mit Finanzengineering: niedrigen Zinsen, QE und einer immer größeren Schuldenlast.
Das verzögerte den Zyklus, aber eliminierte ihn nicht.
Jetzt ist der Druck wieder da, nur sind die Ungleichgewichte viel größer.
US-Haushaltsdefizite sind historisch. Die Kosten für die Schuldenbedienung steigen. Die Bewertungen von Aktien, insbesondere im Megacap-Tech-Bereich, sind auf Niveaus, die an 1929, 1972 und 2000 erinnern.
Das ist der Hintergrund, den Smith für die nächste große Rotation sieht.
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Gold ist der Haupt-Hedge. Silber ist das Volatilitäts-Hedge.
Silber neigt dazu, in den frühen Phasen makroökonomischer Zyklen zu verzögern, dann aber heftig aufzuholen, sobald Kapital in größere Mengen in Sachwerte fließt. Es ist kleiner, dünner und viel empfindlicher gegenüber Investorenzuflüssen und industrieller Nachfrage.
Deshalb steigt Silber nicht langsam an. Es schnappt zu.
Und Smiths Punkt ist, dass die jüngste Korrektur nicht bärisch ist. Es ist eine gesunde Rücknahme von überkauften Bedingungen vor der nächsten Aufwärtsbewegung.
Wenn die Abwertung des Dollars sich bestätigt, wird Silber historisch gesehen einer der größten Upside-Exponenten dieses Trades.
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Smith beschreibt, was er die „Große Rotation“ nennt, als eine Verschiebung weg von:
US-Megacap-Tech
Großen Aktienindizes
Dem US-Dollar selbst
Und hin zu:
Edelmetallen wie Gold und Silber
Kritischen Materialien
Ressourcenaktien
Ausländischen Märkten
Dies ist keine Einzelhandelsgeschichte. Es ist die Art von institutioneller Neupositionierung, die sich über Jahre und nicht Wochen vollzieht.
Die Implikation des Charts ist, dass die Outperformance von Gold gegenüber Aktien möglicherweise in eine frühe Ausbruchsphase eintritt, ähnlich wie bei früheren Abwertungszyklen.
Und wenn Gold diese Bewegung beginnt, folgt Silber meist mit deutlich mehr Schwung.
Die letzten Monate haben etwas Ungewöhnliches gezeigt: Rohstoffe schwanken wie Krypto um 15–20%.
Silber erreichte extreme Niveaus, dann fiel es heftig ab, was späte Käufer und Hebel aus dem Markt schüttelte.
Smith argumentiert, dass genau das am Anfang neuer makroökonomischer Zyklen passiert. Die Anfangsphase ist chaotisch, gewalttätig und emotional anstrengend.
Aber diese Bedingungen schaffen oft die Einstiegszeitpunkte, die nur im Nachhinein offensichtlich erscheinen.