Die Federal Reserve (Fed) hat eine 60-tägige öffentliche Konsultationsphase eingeleitet, um die dauerhafte Abschaffung des Begriffs „Rufschädigung“ aus dem Bankenaufsichtsrahmen vorzuschlagen, was eine formelle Änderung der Politik darstellt, die erstmals im Juni 2025 angekündigt wurde. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Aufsichtsentscheidungen auf wesentlichen finanziellen Risiken basieren und nicht auf subjektiven Bewertungen des Rufs.
Michelle W. Bowman, Vizevorsitzende für Aufsicht, erklärte, dass jüngste Fälle gezeigt haben, dass Rufschädigung möglicherweise genutzt wurde, um Druck auszuüben und Banken dazu zu zwingen, Dienstleistungen für Kunden aufgrund politischer Ansichten, religiöser Überzeugungen oder legaler Geschäftstätigkeiten einzustellen — was sie als unangemessen im Rahmen der Aufsicht bezeichnet.
Senatorin Cynthia Lummis begrüßte den Vorschlag und betonte, dass die Regulierungsbehörde nicht entscheiden sollte, welche Unternehmen im Bereich digitaler Vermögenswerte Zugang zu Bankdienstleistungen erhalten. Auch republikanische Senatoren im Senatsausschuss für Banken stimmten zu.
Die Diskussion findet parallel zu den Bemühungen von Präsident Donald Trump statt, die sogenannte „Operation Choke Point 2.0“ zu beenden, sowie zu seiner Klage über 5 Milliarden USD gegen JPMorgan Chase wegen früherer Kontoschließungen. Der Vorschlag wird im Federal Register veröffentlicht, mit einer Frist für Stellungnahmen von 60 Tagen.