
Bitwise-Investitionsleiter Matt Hougan sagte am Mittwoch in einem Interview, dass die traditionelle Altcoin-Saison, in der fast alle Kryptowährungen im Bullenmarkt gleichzeitig steigen, wahrscheinlich nicht in ihrer bisherigen Form zurückkehren wird. Er machte deutlich, dass der Markt eine „nicht-traditionelle Altcoin-Saison“ erleben wird, in der jene Altcoins belohnt werden, die echte Anwendungsfälle und tatsächlichen Markteinfluss besitzen, anstatt das alte Rotationsmuster fortzusetzen.

(Quelle: YouTube)
Matt Hougan sagte im Interview direkt: „Ich denke, dieses Spiel ist vorbei.“ Damit meint er das bekannte Kapitalrotationsmuster in den vergangenen Zyklusphasen des Kryptomarktes — Bitcoin erreichte zunächst ein Allzeithoch, danach flossen Gelder in Ethereum, DeFi-Projekte, und schließlich in fast alle Altcoins, was zu einem allgemeinen „Wasser steigt“-Effekt führte.
Hougan ist der Ansicht, dass die nächste Altcoin-Phase sich stärker differenzieren wird. Der Markt werde bestimmte Tokens neu bewerten, insbesondere jene, die mit sogenannten „Großunternehmen“ eng verbunden sind. Mit anderen Worten: Tokens ohne echte Geschäftsgrundlage werden es schwer haben, erneut vom Markt getragen zu werden, während solche mit praktischen Anwendungsfällen in der neuen Phase möglicherweise unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit erhalten.
Laut Hougans Analyse wird die neue Altcoin-Saison kein Wettkampf mehr sein, bei dem es darum geht, welcher Coin am stärksten steigt, sondern vielmehr eine Marktfilterung, bei der es um die Frage geht: „Welcher Coin hat einen echten Grund zu existieren?“
Echte Anwendungsfälle: Quantifizierbare praktische Nutzungsszenarien, nicht nur auf Markt-Storytelling und Spekulation basierend
Potenzial für institutionelle Akzeptanz: Tokens, die traditionelle Investoren anziehen, müssen in der Regel konform, liquide und mit klaren Geschäftsmodellen ausgestattet sein
Verbindung zu Großunternehmen: Tokens, die tief in die Ökosysteme großer Unternehmen integriert sind, werden bei der „Neubewertung“ Vorteile haben
Was Bitcoin betrifft, so weist Hougan darauf hin, dass Bitcoin nach einem Tiefststand von 60.000 USD im Februar bereits „einen Boden gefunden und eine Erholung eingeleitet hat“. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt Bitcoin bei 70.237 USD.
Hougans Argument ist nicht die vorherrschende Meinung in der Branche. Die Diskussion um die Altcoin-Saison ist derzeit in der Krypto-Community deutlich gespalten.
Im November letzten Jahres war der Krypto-Analyst Matthew Hyland der Meinung, Trader sollten optimistisch in die kommende Altcoin-Phase blicken, gestützt auf technische Indikatoren, die auf eine anhaltende Schwäche des Bitcoin-Marktanteils hinweisen. Im Dezember äußerte Arthur Hayes, Mitgründer von BitMEX, direkt: „Altcoin-Phasen gibt es immer. Wenn du sagst, sie kommen nicht, hast du keine der steigenden Altcoins gehalten.“ Hayes argumentierte, dass die Altcoin-Saison nie wirklich verschwunden sei, sondern in einer dispersen Form weiterbestehe.
Aktuelle Daten von Santiment liefern eine objektive Stimmungslage: Die Erwähnungen von Altcoins in sozialen Medien sind auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen; alle Indikatoren deuten darauf hin, dass die Aufmerksamkeit der Investoren derzeit mehr bei Bitcoin liegt als bei Altcoins.
Hougan meint, dass das bekannte Rotationsmuster, bei dem Kapital von Bitcoin zu Ethereum, DeFi, NFT fließt, nicht mehr in der bisherigen Form auftreten wird. Der neue Zyklus wird stärker differenziert sein: Nur Tokens mit echten Anwendungsfällen und Einfluss werden vom Markt bevorzugt, während fundamentale schwache Tokens kaum profitieren werden.
Santiment-Daten zeigen, dass die Aufmerksamkeit in sozialen Medien für Altcoins auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren gefallen ist; der Altcoin-Saisindex auf CoinMarketCap befindet sich im Bereich „Bitcoin-Saison“; Google-Suchtrends für „Altcoin“ sind ebenfalls auf einem historischen Tief, was insgesamt auf eine nach wie vor niedrige Stimmung bei Altcoins hindeutet.
Hayes glaubt, dass die Altcoin-Phase nie wirklich verschwunden ist und man nur die richtigen Coins halten muss, um profitabel zu sein. Hougan hingegen stellt die traditionellen Zyklusmuster in Frage und meint, dass das „gleichzeitige Steigen aller Altcoins“ selbst beendet ist. Der Kernunterschied liegt in der Definition des Zykluscharakters, nicht in der Existenz der Altcoin-Phasen.