
Bitcoin Policy Institute (BPI) kündigte am Mittwoch an, öffentlich Stellung zu dem bevorstehenden Vorschlag der US-Notenbank für Banken-Kapitalregeln zu nehmen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass US-Regulierungsbehörden bei der Umsetzung des Basel-Frameworks für Banken eine faire Behandlung von Bitcoin gewährleisten. Derzeit wird Bitcoin im Basel-Framework mit einem Risikogewicht von 1250 % bewertet, was BPI als „fast höher als bei allen anderen Vermögenswerten“ und als die „strengeeste Kategorie“ im gesamten Rahmen bezeichnet.

(Quelle: Conner Brown X)
Laut Basel-Framework sind Kapitalanforderungen direkt an das Risikogewicht der Vermögenswerte gekoppelt: Wenn Bitcoin mit 1250 % bewertet wird, bedeutet das, dass Banken, die Bitcoin in ihrer Bilanz halten möchten, diese mit einem 1:1-gestützten genehmigten Sicherheiten hinterlegen müssen — eine Dollar Bitcoin erfordert gleichzeitig eine äquivalente Kapitalreserve.
Im Vergleich dazu sind die Risikogewichte für andere Hauptvermögenswerte im Basel-Framework:
Bargeld: Risikogewicht 0 %
Physisches Gold: Risikogewicht 0 %
Staatsanleihen (Staatsschulden): Risikogewicht 0 %
Diese enorme Differenz macht es für Banken deutlich teurer, Bitcoin-bezogene Geschäfte zu tätigen als mit traditionellen Vermögenswerten. Brown erklärt: „Dieses Risikogewicht erschwert es Banken erheblich, Finanzdienstleistungen für Bitcoin-Halter und Bitcoin-Unternehmen anzubieten.“
Brown bezeichnete in einem Blog-Artikel im letzten Monat die Behandlung von Bitcoin im Basel-Kapitalrahmen als „Kategorie-Fehler“ (Category Error). Er argumentierte, dass die Einordnung von Bitcoin in die gleiche Kategorie wie hochriskante spekulative Vermögenswerte nicht den tatsächlichen Risikoeigenschaften digitaler Assets entspricht.
Die stellvertretende Vorsitzende der Federal Reserve, Michelle Bowman, kündigte am Donnerstag an, dass die Fed in den kommenden Wochen Regeln vorlegen werde, um die Umsetzung des finalen Basel-Frameworks im US-Bankensektor voranzutreiben. Das offizielle Ziel sei es, „die Aufsichtseffizienz zu erhöhen, damit Banken die Wirtschaft besser unterstützen können, während sie gleichzeitig sicher und stabil bleiben.“
2021 schlug das Basel-Committee vor, Kryptowährungen in die hochriskante Kategorie „Gruppe 2“ aufzunehmen. Diese Kategorie beschränkt die Bankbestände auf maximal 1 % der Bestände in der „Gruppe 1“, was die strenge Behandlung von Bitcoin im aktuellen Regulierungsrahmen festlegt.