
„Rich Dad Poor Dad“-Autor Robert Kiyosaki hat kürzlich in der X-Plattform gepostet, dass Bitcoin und Ethereum zu den sichersten Investitionen für 2026 zählen. Als Begründung nennt er, dass die US-Regierung weiterhin Geld druckt, die Staatsschulden steigen und sich die Inflation verschlechtert, was ein systemisches Risiko für die Erosion des Vermögens darstellt. Kiyosaki kritisierte zugleich die Behauptung, US-Staatsanleihen seien „sicher“, als die „größte Lüge“ in modernen Investitionen, und wies darauf hin, dass ein durch den Krieg zwischen Iran und den USA ausgelöster Ölpreisschub die Inflation weiter anheizen werde.
Kiyosakis Argumentation basiert auf den folgenden makroökonomischen Daten. Die Kreditkartenschulden der USA belaufen sich inzwischen auf 1,28 Billionen US-Dollar, einen historischen Höchststand, und sind im Vergleich zum Vorjahr um 5,5% gestiegen; die gesamten US-Schulden kletterten auf 38,6 Billionen US-Dollar. Er ist der Ansicht, dass das fortgesetzte Gelddrucken durch die Regierungen der einzelnen Länder zwangsläufig die Größenordnung der Schulden erhöhen und damit die Inflation verschärfen wird; der Ölpreisschub nach Ausbruch des Krieges zwischen Iran und den USA setze dann zusätzlich noch mehr auf das Inflationsdruckniveau.
Vor diesem Hintergrund sagt Kiyosaki deutlich, dass klassische „sichere Vermögenswerte“ wie US-Staatsanleihen sogar die Kategorie mit dem höchsten Bestandsrisiko seien. Auf X schrieb er: „In den globalen Krisen um Öl, Schulden, Anleihen, Währungen, Banken und Geldentwertung gibt es nur dich selbst – und die finanzielle Bildung, die du auswählst – die dich wirklich sicher machen kann.“
Nach den öffentlichen Aussagen von Kiyosaki bilden die folgenden Vermögenswerte die Richtung der zentralen Allokation, die er für 2026 anerkennt:
Kryptowährungen: Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH)
Edelmetalle: Gold und Silber
Rohstoffe: Öl und Lebensmittel
Er fügte weiter hinzu, dass Anleger, die Bitcoin, Gold oder Silber halten, bevor es zum Crash kommt, „möglicherweise in dieser Krise zu sehr reichen Menschen werden“. Sein Kernlogik ist, dass diese Vermögenswerte eine Knappheit besitzen, die „nicht beliebig von der Regierung nachgedruckt werden kann“, und so den tatsächlichen Wohlstand bewahren können, während die Kaufkraft des Fiatgelds weiter erodiert.
Kiyosaki liegt nicht bei jeder Prognose richtig. Laut Daten von Fidelity erreichte das durchschnittliche Guthaben der 401(k)-Ruhestandskonten im dritten Quartal 2025 tatsächlich einen historischen Höchststand; bis Februar 2026 war die USA zudem nicht in dem „schlimmeren Crash als die Große Depression“ geraten, vor dem er mehrfach gewarnt hatte.
Allerdings haben sich einige langfristige Richtungsprognosen tatsächlich bewahrheitet. Im Oktober 2023 sagte Kiyosaki voraus, dass Gold die 2.100-US-Dollar-Marke durchbrechen würde, und anschließend stieg der Kurs weiter; danach ist Gold in den vergangenen 12 Monaten um über 40% gestiegen und notiert aktuell bei etwa 4.500 US-Dollar pro Unze. Im November 2024 sagte er voraus, dass Bitcoin bald die 100k-US-Dollar-Marke erreichen werde; im Dezember desselben Jahres stand Bitcoin tatsächlich auf diesem Meilenstein.
Kiyosakis langfristige Zielsetzung bleibt unverändert: Bitcoin bis 2035 auf 1 Million US-Dollar, Gold als Ziel auf 27k US-Dollar. Der X-Mitgründer Jack Dorsey vertritt eine ähnliche Position und sagte, dass Bitcoin bis 2030 „mindestens“ 1 Million US-Dollar erreichen könnte. Als Antwort auf die jüngsten Schwankungen sagte Kiyosaki: „Mir ist egal, ob der Preis steigt oder fällt, weil ich weiß, dass die Kaufkraft des US-Dollars weiter sinkt.“
Kiyosakis Kernlogik lautet: In einem Umfeld, in dem Regierungen weiter Schulden aufbauen und Geld drucken, steht den „druckbaren“ Fiatgeld-Vermögenswerten ein systemisches Risiko der Erosion der Kaufkraft bevor; Vermögenswerte mit Knappheit – Sachwerte (Gold, Silber) und Krypto-Assets (BTC, ETH) – können diesen Prozess überstehen und den realen Wohlstand bewahren. Er betrachtet BTC und ETH als Kategorie der „realen Vermögenswerte“ im digitalen Zeitalter.
Kiyosakis makroökonomischer Rahmen hat sich bei den langfristigen Prognosen für Gold und Bitcoin bereits bewahrheitet, aber die konkreten Zeitpunkte seiner „Crash“-Prognosen waren historisch betrachtet ungenau, und die USA sind derzeit auch nicht in die schwere Rezession geraten, die er mehrfach angekündigt hatte. Anleger sollten seine Sichtweise als Referenzrahmen für makroökonomische Diskussionen betrachten, nicht als konkrete Anleitung für Kauf- und Verkaufszeitpunkte.
Kiyosakis Argument lautet: Anstieg der Schulden → mehr Geld drucken → Inflation verschärft sich → die Kaufkraft des US-Dollars sinkt → die Attraktivität knapper Vermögenswerte wie Bitcoin als alternativer Wertaufbewahrungs-Mechanismus steigt. Das ist die Kernlogik der „digitales Gold“-These von Bitcoin, aber die tatsächliche Korrelation zwischen beiden unterscheidet sich erheblich je nach Marktumfeld und Zeitrahmen.