Autor: Felix, PANews
Zu Beginn des neuen Jahres ist die Aktivität von Morgan Stanley im Kryptobereich besonders häufig. Das Unternehmen hat nicht nur wiederholt Unterlagen bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eingereicht, um den Start von physischen Krypto-Trust-Produkten zu beantragen, sondern plant auch die Einführung einer digitalen Brieftasche und die Unterstützung tokenisierter Vermögenswerte.
Als eines der weltweit größten Vermögensverwaltungsunternehmen und die sechstgrößte Bank in den USA im Asset-Management-Bereich hat Morgan Stanley in den letzten Jahren seine Position im Kryptobereich schrittweise von vorsichtigem Abwarten zu aktivem Engagement gewandelt. Im Vergleich zu anderen Banken wie JPMorgan, Goldman Sachs und Co., die im Kryptowährungsbereich bereits aktiv sind, scheint Morgan Stanley nun schnell „Nachholbedarf“ zu haben, um mit der Krypto-Welle Schritt zu halten.
Morgan Stanley zeigte in der Anfangsphase eine vorsichtige Haltung gegenüber Kryptowährungen und beteiligte sich hauptsächlich indirekt durch Verwahrungsdienste und den Vertrieb von Drittanbieterprodukten. Nach der Genehmigung erster physischer Bitcoin-ETFs durch die SEC im Jahr 2024 begann die Akzeptanz von Krypto-Assets in der Mainstream-Finanzwelt, doch Morgan Stanley beschränkte Investitionen in Kryptowährungen weiterhin. Nur vermögende Kunden (mit mindestens 1,5 Millionen USD Vermögen) und solche mit „aggressivem“ Risikoprofil konnten über steuerpflichtige Brokerage-Konten in Bitcoin- oder Ethereum-Fonds investieren.
Im Jahr 2025, mit der Lockerung der US-Regulierung und dem Anstieg des Vermögens unter Krypto-ETFs, passte Morgan Stanley seine Strategie an. Im September 2025 kündigte das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Krypto-Infrastruktur-Anbieter Zerohash an und plant, ab 2026 Krypto-Handel über die E-Trade-Plattform für Privatanleger anzubieten.
Im Oktober 2025 hob Morgan Stanley die Beschränkungen für Krypto-Investitionen vollständig auf, sodass alle Kunden (einschließlich Rentenkonten wie IRA und 401(k)) durch Vermögensberater Empfehlungen erhalten und in physische Bitcoin-ETFs und andere Produkte investieren können.
Im Jahr 2026 beschleunigte Morgan Stanley seine Aktivitäten im Kryptobereich weiter. Am 6. Januar veröffentlichte die US SEC, dass das Wall-Street-Unternehmen, das Vermögenswerte in Höhe von etwa 6,4 Billionen USD verwaltet, jeweils S-1-Dokumente für einen Bitcoin-Trust und einen Solana-Trust eingereicht hat. Der Solana-Trust enthält zudem eine Staking-Funktion.
Am 7. Januar erweiterte Morgan Stanley seine Krypto-Produktpalette weiter. Das Unternehmen reichte bei der SEC einen Antrag auf einen physischen Ethereum-ETF ein. Dieser Trust wird Ethereum halten und versuchen, dessen Kursentwicklung nachzubilden, während er durch das Staking eines Teils des Fonds Erträge generiert. Laut Unterlagen soll der Trust diese Erträge anhand seines Nettoinventarwerts widerspiegeln, anstatt die Staking-Erträge direkt an die Aktionäre auszuschütten.
Morgan Stanley ist kein führender Anbieter im ETF-Bereich, verwaltet aber etwa 20 ETFs, von denen derzeit nur zwei unter dem Namen Morgan Stanley aufgelegt sind. Der Antrag für den Ethereum-Trust bedeutet, dass Morgan Stanley innerhalb von nur 24 Stunden drei Krypto-ETF-Anträge eingereicht hat, was die Bedeutung des Unternehmens im Kryptobereich unterstreicht.
Neben den Plänen, auf der E-Trade-Plattform Bitcoin-, Ethereum- und Solana-ETFs zu handeln, plant Morgan Stanley auch die Einführung einer eigenen digitalen Brieftasche.
Am 8. Januar stellte Morgan Stanley Pläne vor, in den Bereichen digitale Vermögenswerte, Unternehmensfinanzierung und Private Equity zu investieren. Dabei wurde erwähnt, dass noch in diesem Jahr eine eigenentwickelte digitale Brieftasche eingeführt werden soll, die das Halten und Verwalten von Kryptowährungen unterstützt. Zudem soll der Fokus auf tokenisierte Vermögenswerte gelegt werden, darunter traditionelle Wertpapiere (wie Aktien und Anleihen), Private-Equity- und Immobilien-Token auf Blockchain-Basis. Ziel ist es, die Tokenisierung von Kryptowährungen und realen Vermögenswerten tief in die traditionellen Finanzdienstleistungen zu integrieren.
Jedd Finn, Leiter des Wealth Management bei Morgan Stanley, sagte: „Das zeigt im Grunde, dass sich die Funktionsweise der Infrastruktur für Finanzdienstleistungen bald verändern wird. Mit der Weiterentwicklung unserer Infrastruktur werden wir in der Lage sein, traditionelle Finanzen (TradFi) und dezentralisierte Finanzen (DeFi) besser zu verbinden.“
Nicht nur Morgan Stanley, auch US-Banken wie Citibank, die zuvor im Kryptobereich eher zurückhaltend waren, wollen im Jahr 2026 ihre Aktivitäten ausbauen. So erlaubt Citibank ab Januar 2026 Vermögensberatern, 1-4 % Krypto-Allokation an alle Kunden zu empfehlen. Zudem plant Citibank, im Jahr 2026 einen Krypto-Depotservice anzubieten (bereits seit 2-3 Jahren in Entwicklung), der den Besitz von native Kryptowährungen umfasst.
Vom vorsichtigen Ansatz über die Lockerung der Beschränkungen bis hin zum aktiven Engagement – der Wandel von Morgan Stanley im Einbinden von Kryptowährungen in die Mainstream-Finanzwelt spiegelt die Entwicklung vieler traditioneller Finanzinstitute wider. Mit der Genehmigung weiterer ETFs und der vollständigen Umsetzung der digitalen Brieftasche könnten Kryptowährungen Morgan Stanley langfristig einen Wettbewerbsvorteil verschaffen und die globale digitale Finanztransformation beschleunigen.
Weiterlesen: Morgan Stanley beantragt Bitcoin- und Solana-ETFs, Zeichen für den Einstieg institutioneller Akteure in eine neue Phase
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