Verfasser: Matt Hougan, Chief Investment Officer bei Bitwise
Übersetzt: Saoirse, Foresight News
Das Jahr 2026 beginnt vielversprechend für den Kryptowährungsmarkt. Am 5. Januar, als ich dieses Memo schrieb, hatten Bitcoin und Ethereum seit Jahresbeginn bereits um jeweils 7% zugelegt. Spekulative Altcoins verzeichneten noch höhere Gewinne, zum Beispiel Dogecoin mit einem Anstieg von 29%.
Kann dieser Aufwärtstrend anhalten?
Während der gesamten Feiertage habe ich darüber nachgedacht: Welche Bedingungen sind notwendig, damit Kryptowährungen im Jahr 2026 eine nachhaltige Erholung erleben? Ich bin der Meinung, dass wir vor drei großen Hindernissen stehen, um neue historische Höchststände zu erreichen. Glücklicherweise wurde eines dieser Hindernisse bereits überwunden.
Hindernis eins: Vermeidung einer Wiederholung des „10・11“-Kollaps
Am 11. Oktober 2025 erlebte der Kryptowährungsmarkt die größte Liquidation in der Geschichte – innerhalb eines Tages wurden Futures-Positionen im Wert von 19 Milliarden US-Dollar ausgelöscht. Nach dem Ereignis befürchteten viele, dass dies einen Schlag für die wichtigsten Market Maker und/oder Hedgefonds bedeuten könnte, sogar einen tödlichen.
Einer der Gründe, warum Kryptowährungen im vierten Quartal 2025 schwer zu rebounden waren, ist die Sorge der Investoren, dass eine dieser großen Institutionen gezwungen sein könnte, den Betrieb einzustellen, was meist mit einem Verkauf von Vermögenswerten verbunden ist. Diese potenziellen Verkäufe hingen wie ein dichter Nebel über dem Markt.
Gute Nachrichten: Falls ein solches Risiko tatsächlich eintreten sollte, ist es höchstwahrscheinlich bereits passiert. Zwar kann man es nicht vollständig ausschließen, doch jede Institution, die plant, den Betrieb einzustellen, wird wahrscheinlich versuchen, den Prozess vor Jahresende abzuschließen. Ich denke, dass einer der Gründe für die Erholung Anfang dieses Jahres darin liegt, dass Investoren die Auswirkungen des „10・11“-Ereignisses allmählich vergessen haben.
Hindernis zwei: Das reibungslose Durchkommen des „CLARITY“-Gesetzes
Das sogenannte „CLARITY“-Gesetz, ein Gesetz zur Regulierung der Marktstruktur von Kryptowährungen, befindet sich derzeit im US-Kongress in der Prüfung. Das Senat plant, am 15. Januar den „Gesetzesüberarbeitungsprozess“ zu starten, der die Koordination der Gesetzesentwürfe des Senatsbankenausschusses und des Landwirtschaftsausschusses umfasst und darauf abzielt, das endgültige Gesetz zur Abstimmung zu bringen. Es gibt noch einige Hindernisse, etwa Meinungsverschiedenheiten bei der Regulierung von DeFi, den Ertragsregeln für Stablecoins sowie politische Interessenkonflikte. Doch sobald das Gesetz die Überarbeitungsphase passiert, ist ein entscheidender Schritt in Richtung Verabschiedung getan.
Die Verabschiedung des „CLARITY“-Gesetzes ist für die langfristige Entwicklung des US-Kryptomarktes von entscheidender Bedeutung. Ohne entsprechende Gesetzgebung könnten die Regulierungsbehörden wie die Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC), die derzeit die Entwicklung von Kryptowährungen unterstützen, nach einem Regierungswechsel ihre Haltung ändern. Mit der Verabschiedung des Gesetzes würden die Kernprinzipien der Kryptowährungsregulierung gesetzlich verankert und eine solide Grundlage für die zukünftige Marktentwicklung geschaffen.
David Sacks, Leiter der Kryptowährungsangelegenheiten im Weißen Haus, sagte: „Wir sind näher denn je an der Verabschiedung des Gesetzes.“ Die Prognoseplattform Kalshi schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz vor Mai verabschiedet wird, auf 46 %, und vor Jahresende auf 82 %. Ich bin vorsichtig optimistisch.
Hindernis drei: Der Aktienmarkt bleibt „angemessen stabil“
Der letzte entscheidende Faktor für eine nachhaltige Erholung der Kryptowährungen ist die Stabilität des Gesamtaktienmarktes. Wir brauchen keinen wilden Bullenmarkt – schließlich ist die Korrelation zwischen Kryptowährungen und Aktien nicht hoch. Doch wenn es zu einem massiven Börsencrash kommt (z.B. ein Rückgang des S&P 500 um 20 %), wird die Attraktivität aller risikobehafteten Anlagen, einschließlich Kryptowährungen, kurzfristig stark sinken.
Ich kann nicht behaupten, in der Aktienmarktbranche besondere Expertise zu besitzen. Zwar gibt es Sorgen über eine mögliche Blase im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), doch die Marktvoraussagen deuten darauf hin, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im Jahr 2026 relativ gering ist, und die Chance, dass der S&P 500 im Jahr 2026 steigt, liegt bei etwa 80 %.
Fazit
Derzeit gibt es viele positive Faktoren im Kryptowährungsmarkt: Die Akzeptanz durch Institutionen steigt kontinuierlich; die Nachfrage nach realen Anwendungen wie Stablecoins und Tokenisierung wächst stetig; und die regulatorischen Trends, die im Januar 2025 mit der Unterstützung für die Entwicklung von Kryptowährungen begonnen haben, zeigen allmählich Früchte. Wenn es gelingt, die drei genannten Schlüsselziele zu erreichen, bin ich überzeugt, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung Anfang 2026 eine starke Fortsetzung finden wird.
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