Stablecoins können grenzüberschreitende Zahlungen beschleunigen, könnten jedoch die lokalen Währungen in Ländern mit Inflation oder schwachen Banken schwächen.
Mangelnde Regulierung und schwache KYC-Regeln könnten Stablecoins riskant machen und illegale Finanzaktivitäten ermöglichen.
Ripple prognostiziert, dass Stablecoins im globalen Finanzsystem eine zentrale Rolle spielen werden, wobei bis 2026 50 % der Fortune-500-Unternehmen sie halten sollen.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat gewarnt, dass Stablecoins die globalen Zahlungen grundlegend verändern könnten, wobei er gleichzeitig große finanzielle Risiken hervorhebt. In einem Beitrag auf seiner offiziellen X-Seite erklärte der IWF, dass die zunehmende Verbreitung von Stablecoins, insbesondere dollargekoppelten, die lokalen Währungen in schwächeren Volkswirtschaften herausfordern könnte.
Die Institution betonte, dass diese digitalen Vermögenswerte vollständig in der Lage seien, die Kontrolle der Zentralbank zu untergraben sowie eine makroökonomische Instabilität zu verursachen, falls das regulatorische Umfeld unklar sei. Zudem wies der IWF darauf hin, dass Stablecoins in Ländern mit hoher Inflation die lokalen Währungen ersetzen könnten.
Darüber hinaus warnte der IWF, dass die Fluchtbewegungen von Kapital mit dem Aufkommen von Stablecoins zunehmen könnten. Geld könnte leicht aus einem Land abfließen, was zu Volatilität führen würde. Auch die fehlende Regulierung wurde als ernsthafte Sorge genannt.
Beispielsweise äußerte der IWF Bedenken hinsichtlich der Frage, wer tatsächlich die Macht im Zusammenhang mit globalen Stablecoins besitzt, sowie darüber, wie widersprüchige Rechtsordnungen Streitigkeiten lösen könnten. Zudem wurden Risiken im Betrieb und bei KYC-Prozessen angesprochen, die das Risiko illegaler Finanzaktivitäten erhöhen könnten.
Der IWF erkannte jedoch an, dass Stablecoins nicht ignoriert werden können. Diese digitalen Vermögenswerte könnten die Kosten senken und die Geschwindigkeit grenzüberschreitender Zahlungen erhöhen. Folglich könnten sie das Wachstum tokenisierter Vermögenswerte und eine breitere finanzielle Inklusion fördern. Außerdem hob der IWF hervor, dass Stablecoins über den Kryptohandel hinaus expandieren könnten, wenn geeignete rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden.
„Stablecoins haben das Potenzial, grenzüberschreitende Zahlungen und Kapitalflüsse neu zu gestalten“, heißt es im Bericht. Daher bleibt regulatorische Klarheit entscheidend, um eine wirtschaftliche Destabilisierung in vulnerablen Ländern zu verhindern.
Ripple-Präsidentin Monica Long äußerte sich ebenfalls und betonte die wachsende Rolle der Stablecoins. Sie prognostizierte, dass sich der Sektor in die Mainstream-Finanzsysteme integrieren und eine grundlegende Rolle bei globalen Abwicklungen spielen werde.
Long prognostiziert, dass bis Ende 2026 etwa 50 % der Fortune-500-Unternehmen Krypto-Expositionen, einschließlich Stablecoins, halten werden. Zudem stimmte das Systemrisikorat der Europäischen Union diesen Bedenken zu und schlug ein Verbot von Multi-Emission-Stablecoins vor, da diese potenzielle Risiken für die Stabilität des Euro darstellen.
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