CryptoQuants neueste Chart-Arbeit hat eine neue Debatte darüber ausgelöst, ob Bitcoin lediglich nach einem Short Squeeze „zurücksetzt“ oder in etwas Tieferes abrutscht. Die Realized Price, die UTXO-Altersbands-Visualisierung, die die durchschnittlichen Kostenbasis der Haltergruppen nach ihrer Haltedauer abbildet, zeigt, dass der Spotpreis unter die kurzfristigen Realized-Bänder gefallen ist (1 Woche–1 Monat und 1–3 Monate). Das bedeutet, dass ein großer Anteil der kürzlich erworbenen Coins im Minus ist und der Verkauf dieser Halter die dominierende Triebkraft für die Rücknahme ist.
Trader, die das Chart beobachten, sehen, dass Erholungsrallyes immer wieder an diesen kurzfristigen Kostenbasen scheitern, wo Break-even-Exits und gruppierte Stop-Losses ein verfügbares Angebot schaffen. Die Marktpsychologie ist einfach: Wenn der Preis sich den Bereichen nähert, in denen kurzfristige Halter gekauft haben, können Verkäufer, die nur ihre Positionen ausgleichen oder durch Stopps aus dem Markt gedrängt wurden, die Aufwärtsbewegung begrenzen, sodass jeder Bounce sich begrenzt anfühlt.
Gleichzeitig wurden die längerfristigen Realized-Bänder, die 6-Monats- und ältere Kohorten, nicht überzeugend durchbrochen, was die entscheidende Nuance in den Daten ist. Das deutet, in CryptoQuants Begriffen, darauf hin, dass die Episode eher wie ein Reset oder eine „Mini-Bärenphase“ aussieht, anstatt einer vollständigen Kapitulation der breiteren Halterbasis.
Betritt Bitcoin eine Mini-Bärenphase?
Das Kursverhalten am Mittwoch unterstrich diese Spannung. Bitcoin wurde bei etwa 67.500 USD gehandelt, nachdem ein kürzlicher Bounce es nicht geschafft hatte, die kurzfristigen Realized-Level zurückzuerobern. Marktdatenaggregatoren zeigen denselben Bereich, und das Handelsvolumen bleibt so dünn, dass moderate Flows den Preis in beide Richtungen entscheidend bewegen können.
Der makroökonomische und markttechnische Hintergrund hilft nicht weiter. Letzte Woche traten erste Risse bei institutionellen Akteuren zutage, als Reuters über eine vorübergehende Aussetzung der Abhebungen bei einem in Chicago ansässigen Liquiditätsanbieter berichtete – eine Erinnerung daran, dass operativer Stress und Margendruck den On-Chain-Verkauf in den Spotmarkt verstärken können. Gleichzeitig berichten Krypto-orientierte Medien und Krypto-Börsen über dieselbe Geschichte. Überhitzte Angebotsseiten und gedämpfte Nachfrage halten Rallyes in Schach und fördern range-bound Trading zwischen etwa 60.000 USD und den niedrigen 70.000 USD, bis eine Seite entscheidend gewinnt.
Vorerst lässt die On-Chain-Ansicht eine klare Checkliste für Trader und Analysten erkennen. Eine nachhaltige Erholung erfordert, dass der Preis die kurzfristigen Realized-Bänder zurückerobert, damit die im Minus befindliche Kohorte wieder in die Gewinnzone gelangen kann, was den erzwungenen Verkauf bei Rallyes reduziert. Wenn das nicht gelingt und der Preis deutlich unter die 6-Monats-Realized-Bänder fällt, verschiebt sich die Argumentation in Richtung einer breiteren strukturellen Schwäche.
Bis dahin bietet die Bewahrung der Kostenbasis der längerfristigen Halter einen gewissen Schutz vor einer vollständigen Kapitulation, auch wenn das kurzfristige Bild weiterhin angespannt und volatil bleibt. Marktteilnehmer werden sowohl die On-Chain-Alterbands als auch die Liquiditätssignale genau beobachten, um zu beurteilen, ob dies ein schmerzhafter Reset ist oder der Auftakt zu etwas Tieferem.
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