Der Silberpreis hat gerade einen heftigen Schlag erlitten, und der Absturz lässt viele Händler von einem vollständigen Crash sprechen. Doch ein weniger bekannter Analyst, Ted Darret, teilte eine interessante Einschätzung, die auf etwas anderes hindeutet, das unter der Oberfläche passiert.
Seine Argumentation ist, dass bei einem echten Liquidationszusammenbruch das offene Interesse stark gefallen wäre, ebenso wie der Preis.
Stattdessen ist der Silberpreis stark gefallen, aber das offene Interesse ist nur um etwa 20 % zurückgegangen. Das bedeutet, dass die meisten Long-Positionen noch immer dort sitzen, im Minus, aber nicht aussteigen.
Dieses Detail ist wichtig, weil es die Geschichte von „Alle sind ausgestiegen“ zu „Der Kampf ist noch nicht vorbei“ verändert.
Darret erklärt, dass bei einem echten Ausverkauf Long-Positionen normalerweise in Panik aussteigen. Das offene Interesse sinkt, weil Positionen geschlossen werden und der Handel neu gestartet wird.
Dieses Mal blieb das offene Interesse hoch. Seiner Ansicht nach deutet das darauf hin, dass der Verkaufsdruck nicht hauptsächlich von Long-Positionen kam, die aufgaben. Es waren neue Short-Positionen, die nahe den Tiefs hinzukamen und auf einen weiteren Abwärtsschub warteten.
Das schafft eine riskante Situation für die späten Shorts. Wenn der Silberpreis nicht viel weiter fällt, ist ihr Aufwärtspotenzial begrenzt. Aber wenn Silber sogar nur leicht bounce, wächst ihr Abwärtsrisiko schnell.
Darret beschreibt die aktuelle Phase als ein „Hahnenkampf“. Kurzfristig könnte der Silberpreis seitwärts tendieren oder leicht nach unten schieben, während der Markt versucht, die hartnäckigen Longs zu zermürben. Das Wichtigste ist das offene Interesse.
Wenn der Preis stagniert, aber das offene Interesse steigt, bedeutet das, dass Shorts noch immer zusätzliches Kapital investieren. Wenn das offene Interesse stattdessen zu fallen beginnt, könnte das bedeuten, dass die Long-Positionen endlich aufgeben. Das ist der Spannungspunkt, an dem sich oft eine Bärenfalle bildet.
Das größere Risiko für die Shorts besteht darin, dass es nicht viel braucht, um die Bewegung umzukehren.
Eine schwache Wirtschaftsüberschrift, ein überraschendes geopolitisches Ereignis oder sogar ein technischer Rebound könnten den Silberpreis um einige Prozent steigen lassen. Sobald das passiert, beginnen die Shorts, die spät eingestiegen sind, unter Druck zu geraten.
Das Schließen der Positionen wird zu erzwungenem Kauf, und erzwungener Kauf kann in einem scharfen Snapback-Rallye enden, die aussieht, als käme sie „aus dem Nichts“. So entstehen V-förmige Erholungen.
_****Hedera (HBAR) hat gerade seine letzte Angstphase erreicht: Geschichte sagt, dass eine massive Spitze folgen könnte**
Darret weist auch auf den Druck durch Margin-Anforderungen hin.
Große Kursverluste erhöhen die Volatilität, und Börsen verlangen oft höhere Margin-Anforderungen. Long-Positionen müssen weiterhin Sicherheiten hinterlegen, um im Trade zu bleiben.
Wenn sie ohne Aufgeben überleben, schwächt sich der Abwärtsdruck ab. Shorts werden dann die Gefangenen, nicht die Bullen.
Darret ist der Ansicht, dass Silber kurzfristig noch um die 73–74 USD schwanken könnte, aber die größere Bewegung könnte eine Erholung zurück auf 85 USD oder höher sein, wenn die Shorts anfangen, ihre Positionen zu decken.
Nichts ist garantiert, aber die Daten zum offenen Interesse lassen diesen Absturz weniger wie eine klare Kapitulation erscheinen und mehr wie einen Markt, der in einem angespannten Positionskampf steckt.
Der Silberpreis ist möglicherweise noch nicht am Ende, und die nächste Bewegung könnte Händler auf beiden Seiten überraschen.
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