
Demokratischer Senator Chris Murphy warf am Mittwoch vor, dass kurz vor dem iranischen Luftangriff jemand auf Polymarket präzise auf den genauen Zeitpunkt des Angriffs gewettet habe, höchstwahrscheinlich Personen aus Trumps Umfeld. Murphy und der demokratische Abgeordnete Mike Levin entwarfen daraufhin gemeinsam einen Gesetzesentwurf, um strengere Regulierungen für Vorhersagemarkt-Plattformen wie Polymarket und Kalshi einzuführen.
(Quelle: Polymarket)
Kurz vor dem iranischen Luftangriff zeigte sich auf Polymarket ein höchst verdächtiges Handelsmuster. Am Samstag, nur wenige Stunden vor den Berichten über die Explosionen in Teheran, setzten sechs neu erstellte Konten präzise Wetten auf einen US-israelischen Angriff auf den Iran zum genauen Zeitpunkt, was insgesamt etwa eine Million Dollar Gewinn einbrachte. Murphy sagte: „Offensichtlich wussten Personen in Donald Trumps Umfeld bereits am Freitag, was am Samstag passieren würde – diejenigen, die gewettet haben, haben höchstwahrscheinlich Insiderwissen.“
Der Vertrag auf Polymarket bezüglich eines Angriffs von USA und Israel auf den Iran hat bisher ein Handelsvolumen von über 529 Millionen Dollar erreicht. Im vergangenen Monat gewann ein anderer Trader durch eine präzise Wette auf den Zeitpunkt der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Maduro etwa 400.000 Dollar. Murphy sieht darin ein besorgniserregendes Muster: Nicht-öffentliche politische Informationen werden durch Vorhersagemärkte in finanzielle Gewinne umgewandelt.
(Quelle: Chris Murphy X)
Abgeordneter Levin betonte klar: „Wenn jemand militärische Aktionen im Voraus kennt, um wirtschaftlich zu profitieren, ist das absolut illegal.“ Das bestehende Rechtssystem weist jedoch mehrere Durchsetzungsdefizite auf:
Unklare Definition von Krieg-Wetten: Das Warenterminrecht verbietet Verträge, die auf Krieg und Terrorismus basieren, doch es fehlt eine klare Erklärung, ob „Wetten auf den Zeitpunkt militärischer Einsätze“ darunter fallen.
„Gegen das öffentliche Interesse“ unbrauchbar: Levin sagte, die aktuellen Regeln geben Vorhersagemärkten zu viel Ermessensspielraum, was die Durchsetzung erschwert.
Schwache Kontoverifizierung: Neue Konten können in kurzer Zeit hohe Wetten platzieren, ohne effektive Überwachung ungewöhnlicher Transaktionen.
Grenzüberschreitende Regulierungsschwierigkeiten: Plattformen wie Polymarket operieren in mehreren Gerichtsbarkeiten, wodurch die Durchsetzung nationaler Gesetze eingeschränkt ist.
Der Gesetzesentwurf befindet sich noch in der Entwurfsphase. Ziel ist es, innerhalb des bestehenden Warenterminrechts klar zu verbieten, öffentliche Informationen des Staates für Vorhersagemärkte zu nutzen.
Murphy warnte grundlegend: „Wenn Personen in Trumps Umfeld durch Wetten auf den Iran-Luftangriff Millionen verdienen können, haben sie einen Anreiz, militärische Einsätze voranzutreiben – nicht aus strategischer Notwendigkeit, sondern für finanzielle Gewinne.“ Er betonte, dass die Fortsetzung solcher Wetten die Motivation von politischen Entscheidungsträgern strukturell verzerren und ein System schaffen könnte, in dem „Staaten für Profit in den Krieg getrieben werden.“
Diese Kritik richtet sich nicht nur gegen das konkrete Beispiel des Iran-Luftangriffs, sondern berührt auch die Legitimitätsgrenze von Vorhersagemärkten bei politisch sensiblen Ereignissen und fügt der laufenden Regulierungsdebatte eine neue moralische Dimension hinzu.
Das aktuelle Recht legt keine klaren Standards für die Anerkennung von Insiderhandel bei Vorhersagemärkten fest. Levin sagte, Wetten auf nicht-öffentliche militärische Informationen seien „absolut illegal“, doch die Durchsetzung erfordere den Nachweis der Nicht-Öffentlichkeit der Informationen, des Wissensstands der Trader und eines Kausalzusammenhangs, was in der Rechtspraxis hohe Beweislast bedeutet.
Wenn der Entwurf verabschiedet wird, könnten die Plattformen verpflichtet werden, strengere Teilnahmebedingungen für militärbezogene Verträge einzuführen, transparente Kontoverifizierungen zu etablieren und verdächtige ungewöhnliche Wetten den Aufsichtsbehörden zu melden. Kalshi wurde bereits im Streit um die Abrechnung des Hamaney-Vertrags stark kritisiert. Die neue Gesetzgebung würde den regulatorischen Druck auf die gesamte Vorhersagemarktbranche weiter erhöhen.
Das Warenterminrecht enthält Klauseln, die Verträge im Zusammenhang mit Krieg, Terrorismus und „gegen das öffentliche Interesse“ stehenden Ereignissen verbieten. Levin wies jedoch darauf hin, dass diese Regeln den Vorhersagemärkten zu viel Ermessensspielraum lassen. Der Kern des Gesetzesentwurfs ist es, diese Klauseln klarer zu definieren und effektivere Durchsetzungsmechanismen zu schaffen, um bestehende regulatorische Lücken zu schließen.