Argentinischer Richter in Buenos Aires ordnete am 16. März 2026 die landesweite Sperrung der Krypto-Prognoseplattform Polymarket an, nachdem die Plattform 15 Minuten vor der offiziellen Veröffentlichung der Inflationsdaten die richtigen Ergebnisse „vorhersagte“, was Insiderhandel vermuten ließ. Zudem fehlte auf der Plattform eine Identitätsprüfung, weshalb sie schließlich als unautorisierter illegaler Glücksspielservice eingestuft wurde.
(Vorheriger Kontext: Schutz vor Insiderhandel! Polymarket arbeitet mit Peter Thiels Palantir an KI-Überwachungstools, um den US-Markt zu erschließen)
(Hintergrund: Tiefenanalyse des On-Chain-Prognosemarkts „Polymarket“ – Wie wird er zum globalen Trendindikator? Technische & regulatorische Herausforderungen?)
Inhaltsverzeichnis
Toggle
Der argentinische Richter Susana Parada in Buenos Aires unterzeichnete am 16. März 2026 offiziell das Verbot und ordnete die vollständige Sperrung der Krypto-Prognoseplattform Polymarket an, was das Land nach Kolumbien zum zweiten in Lateinamerika macht, das die Plattform rechtlich blockiert.
Diese Sperrung wurde durch die gemeinsame Beschwerde der Lotteriebehörde Buenos Aires (LOTBA) und des Verbandes der argentinischen Casinos und Bingo-Betriebe (CASCBA) eingereicht, die von der Strafverfolgungsbehörde für Glücksspiel (FEJA) unter Leitung des Staatsanwalts Juan Rozas untersucht wurde. Technische Unterstützung kam vom Justizausschuss (CIJ), was letztlich zur gerichtlichen Anordnung führte.
Auslöser für das Sperrverbot war ein Vorfall, der die argentinischen Behörden alarmierte.
Auf Polymarket gab es eine Prognose für die Inflation in Argentinien im Februar. Doch 15 Minuten vor der offiziellen Bekanntgabe durch das Nationale Statistikamt (INDEC) platzten bei einigen Konten, die vorher kaum gehandelt hatten, plötzliche hohe Wetten auf die korrekte Richtung. Später wurde bestätigt, dass diese Konten genau richtig gesetzt hatten.
Dieses Phänomen führte zu starken Verdachtsmomenten bei den argentinischen Regulierungsbehörden, dass Insiderhandel vorliegen könnte – also, dass jemand vor der offiziellen Bekanntgabe Zugang zu den Regierungsdaten hatte. Kurz gesagt: Es gibt einen Insider innerhalb der argentinischen Regierung.
Neben dem Inflationsdaten-Vorfall konzentrieren sich die Vorwürfe von LOTBA und CASCBA auf folgende Punkte:
Laut Gerichtsbeschluss hat die nationale Kommunikationsbehörde ENACOM die Anweisung erlassen, alle Internetanbieter in Argentinien dazu zu verpflichten, den Zugriff auf Polymarket technisch zu sperren. Zudem sollen Google und Apple die Polymarket-App aus den App-Stores in Argentinien entfernen.
Bis 13:05 Uhr am Tag der Bekanntgabe war die Plattform in Argentinien jedoch noch zugänglich, was zeigt, dass die Sperrung noch nicht vollständig umgesetzt wurde. Bisher hat Polymarket dazu keine offizielle Stellungnahme veröffentlicht.