Ein Gericht in Buenos Aires hat laut lokalen Medienberichten die Sperrung der Prognosemarktplattform Polymarket in Argentinien angeordnet. Die Anordnung, erlassen von Richterin Susana Parada nach einer Untersuchung des spezialisierten Glücksspielstaatsanwalts Juan Rozas, weist die Telekommunikationsbehörden an, Netzwerksperren umzusetzen, und fordert die Entfernung der Polymarket-App aus den App-Stores von Google und Apple im Land. Staatsanwälte argumentierten, dass Polymarket als „verdecktes Online-Wettssystem“ fungierte und die für die Glücksspielaufsicht vorgeschriebenen Identitäts- und Altersverifikationskontrollen nicht anwendete. „Das bedeutete, dass jeder – einschließlich Kinder und Jugendliche – Zugang zur Plattform hatte und ohne jegliche Kontrolle wetten konnte“, schlussfolgerten die Staatsanwälte.
Der Fall wurde nach Maßnahmen der Glücksspielaufsichtsbehörden der Stadt Buenos Aires eingeleitet, die argumentierten, dass der Dienst ohne ordnungsgemäße Genehmigung betrieben wurde. Die Entscheidung wurde öffentlich bekannt, während die Aufmerksamkeit auf den Prognosemarkt-Handel im Zusammenhang mit der Februar-Inflationsveröffentlichung Argentiniens gerichtet war, nachdem die Aktivität der Verträge kurz vor der offiziellen Datenveröffentlichung beschleunigt hatte – was Spekulationen über den Zugang zum offiziellen Index vor dessen Veröffentlichung auslöste. Prognosemärkte stoßen auf Widerstand Die landesweite Sperre ist die jüngste in einer Welle regulatorischer Gegenmaßnahmen gegen Prognosemärkte, wobei Plattformen wie Polymarket und Kalshi in Ländern wie Frankreich, Deutschland, Italien, Australien, Singapur, Portugal, Ungarn, Thailand und den Niederlanden rechtlichen oder regulatorischen Herausforderungen gegenüberstehen.
In den USA sind Prognosemärkte in einem laufenden Rechtsstreit mit den staatlichen Glücksspielbehörden verwickelt, trotz eines Bundesgerichtsurteils im Jahr 2024, das feststellte, dass Ereigniskontrakte nach Bundesrecht nicht grundsätzlich Glücksspiel sind. Die Spannungen zwischen den staatlichen Regulierungsbehörden und der Bundesgerichtsbarkeit dürften sich verschärfen, so die frühere interimistische CFTC-Vorsitzende Caroline Pham, die Anfang dieses Monats argumentierte: „Ich bin zu 100 % der Meinung, dass das vor den Obersten Gerichtshof kommen wird.“