Citigroup hat die Zielpreise für Bitcoin und Ethereum für die nächsten 12 Monate kürzlich deutlich gesenkt, was darauf hindeutet, dass große Wall-Street-Institutionen eine vorsichtigere mittelfristige Perspektive für den Kryptomarkt einnehmen. Laut Bericht hat die Bank das Bitcoin-Ziel von 143.000 USD auf 112.000 USD gesenkt, das Ethereum-Ziel von 4.304 USD auf 3.175 USD. Der Hauptgrund für diese Anpassung ist, dass die US-Kryptogesetzgebung langsamer voranschreitet als erwartet, wodurch regulatorische Katalysatoren, die den Markt neu bewerten könnten, verzögert werden.
Citigroup ist der Ansicht, dass die Verlangsamung des Fortschritts im US-Kongress bei der Verabschiedung des Kryptomarktrechts die Hauptursache für die Herabstufung ist. Der Bericht hebt hervor, dass das „Clarity Act“ im Senat ins Stocken geraten ist, was auf Meinungsverschiedenheiten bei Stablecoin-Regeln und die schwindende legislativ mögliche Zeitspanne bis 2026 zurückzuführen ist. Für den Markt bedeutet dies, dass politische Maßnahmen, die ursprünglich die Regulierungssicherheit verbessern, institutionelle Investitionen und ETF-Nachfrage ankurbeln sollten, kurzfristig schwer umzusetzen sind.
Citigroup-Analyst Alex Saunders sagte in dem Bericht: „Regulatorische Katalysatoren werden die weitere Akzeptanz und Kapitalflüsse vorantreiben, aber die legislative Chance in den USA in diesem Jahr nimmt ab.“
In Bezug auf die Anpassungsgröße zeigt die Herabstufung, dass die Haltung gegenüber beiden großen Kryptowährungen deutlich vorsichtiger geworden ist. Das Bitcoin-Ziel wurde um etwa 21,7 % nach unten korrigiert, das Ethereum-Ziel um etwa 26,2 %. Dies zeigt nicht nur, dass die Bank die Erwartungen an regulatorische Vorteile reduziert hat, sondern auch, dass das mittelfristige Bewertungsmodell angesichts makroökonomischer Unsicherheiten und politischer Verzögerungen neu kalibriert wird.
Bitcoin und Ethereum haben weiterhin Aufwärtspotenzial, aber die Basis-Szenarien sind schwächer geworden Dennoch ist die Bank nicht vollständig bärisch eingestellt. Im Vergleich zu früheren optimistischeren Erwartungen ist klar, dass die Wachstumsrate des Kryptomarktes im kommenden Jahr langsamer verlaufen wird. Bemerkenswert ist auch, dass Citigroup sowohl pessimistische als auch optimistische Szenarien aufzeigt: Im Rezessionsfall könnte Bitcoin auf 58.000 USD fallen, Ethereum auf 1.198 USD. Im optimistischeren Szenario könnten Bitcoin auf 165.000 USD steigen, Ethereum auf 4.488 USD. Dies bedeutet, dass Citigroup den langfristigen Aufwärtstrend nicht ablehnt, sondern vielmehr die mittelfristige Entwicklung stark von makroökonomischen Bedingungen und regulatorischen Fortschritten abhängt.
Ethereum ist empfindlicher gegenüber Marktschwankungen Im Vergleich zu Bitcoin scheint Citigroup bei Ethereum vorsichtiger zu sein. Die Bank glaubt, dass die zukünftige Entwicklung von Ethereum vor allem von On-Chain-Aktivitäten und anderen Indikatoren beeinflusst wird. Die Bewertung von ETH hängt nicht nur von der regulatorischen Umgebung ab, sondern auch von der tatsächlichen Netzwerkaktivität. Allerdings weist Citigroup auch darauf hin, dass Stablecoins und Tokenisierungstrends in Zukunft weiterhin das Interesse und die Nutzung des Ethereum-Ökosystems stützen könnten.
Citigroup stellt fest: „Ethereum ist besonders empfindlich gegenüber Nutzeraktivitätsindikatoren, die zuletzt schwach waren, aber Stablecoin- und Tokenisierungstrends könnten das Interesse und die Nutzung erhöhen.“
Diese Aussage spiegelt auch die jüngste Marktbeobachtung wider: Während Bitcoin weiterhin vor allem als Profiteur makroökonomischer Liquidität und regulatorischer Erwartungen gesehen wird, ist Ethereum stärker von On-Chain-Aktivitäten, Anwendungsadoption und dem Wachstum des Ökosystems abhängig.
Aus der aktuellen Anpassung von Citigroup lässt sich schließen, dass ETH zwar weiterhin Aufwärtspotenzial besitzt, aber im Vergleich zu BTC die Erholung stärker von fundamentalen Faktoren abhängt.
Kurzfristige Seitwärtsbewegung wahrscheinlich Citigroup weist darauf hin, dass Bitcoin vorerst bei etwa 70.000 USD seitwärts tendieren könnte, solange die Gesetzgebung noch unklar ist. Das bedeutet, dass der Markt zwar nicht vollständig die Aufwärtserzählung aufgegeben hat, aber ohne neue regulatorische Katalysatoren die Preise kurzfristig eher in einer Spanne verbleiben und Unsicherheiten abbauen, anstatt eine schnelle neue Aufwärtsbewegung zu starten.
Der Bericht erwähnt auch, dass eine stärkere Mehrheitsvertretung der Demokraten bei den Zwischenwahlen im November die Wahrscheinlichkeit weiterer Gesetzesfortschritte im Kryptobereich verringern könnte, da innerhalb der Partei unterschiedliche Ansichten zur Regulierung bestehen. Einige Vorschläge zielen darauf ab, die Gewinne von Beamten aus Krypto-Assets zu beschränken und Anti-Geldwäsche-Regeln zu verschärfen. Dies zeigt, dass die Herabstufung von Citigroup nicht nur auf aktuelle legislative Blockaden zurückzuführen ist, sondern auch auf die politischen Risiken in der Zukunft.
Wall Street bewertet regulatorische Vorteile neu Die deutliche Herabstufung der Zielpreise für Bitcoin und Ethereum bedeutet nicht, dass Citigroup den Kryptomarkt insgesamt negativ sieht. Vielmehr zeigt es, dass die Wall Street die Fähigkeit der „klareren Regulierung“ neu bewertet, in welchem Umfang und wie schnell sie als Preistreiber wirken kann. Ursprünglich hoffte der Markt, dass Fortschritte bei der US-Gesetzgebung zu mehr institutioneller Akzeptanz, ETF-Fonds und Bewertungssteigerungen führen würden. Wenn sich diese Erzählung jedoch verzögert, müssen die Bewertungsmodelle entsprechend angepasst werden.