
Vor Trumps Sieg bei der Wahl 2024 war Todd Blanche langjährig als Trumps privater Strafverteidiger tätig und führte in New York verschiedene strafrechtliche Verfahren im Namen von Trump. Nach Trumps Wiederwahl ernannte er ihn zum stellvertretenden Justizminister; Blanche drängte unmittelbar zwei weitreichende politische Entscheidungen vor, die die Krypto-Industrie stark beeinflussen:
Auflösung von NCET: Er ordnete an, das vom Biden-Regime im Jahr 2022 eingerichtete National Crypto Enforcement Team des Justizministeriums zu widerrufen und entfernte damit im Kern spezialisierte Krypto-Einheiten auf Bundesebene
Erteilung eines Vollzugs-Memos: Er unterzeichnete ein vierseitiges Memo, das eindeutig anweist, dass Bundesstaatsanwälte Fälle, die regulatorische Verstöße der Krypto-Industrie betreffen, nicht verfolgen dürfen, und damit der Branche auf politischer Ebene einen Schutz vor weiterer Strafverfolgung bietet
Diese Memos wurden im Fall gegen Tornado Cash-Entwickler Roman Storm im Büro des United States Attorney für den Southern District of New York (SDNY) direkt zitiert und führten letztlich dazu, dass eine der Anklagen fallen gelassen wurde. Storm wurde zwar wegen einer anderen Straftat verurteilt, muss jedoch weiterhin eine Wiederaufnahmeverfahren für zwei weitere Anklagepunkte durchlaufen.
Der Kern der ethischen Kontroverse liegt in einem entscheidenden Zeitmoment. Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der oben genannten Vollzugs-Memos hielt Blanche noch verschiedene Krypto-Assets; der Gesamtwert seines Bestands lag bei etwa 159.000 bis 485.000 US-Dollar. Zu den gehaltenen Vermögenswerten gehören BTC (Bitcoin), ETH (Ethereum), SOL (Solana), ADA (Cardano), MATIC (Polygon) und QNT (Quant); außerdem hält er Aktien von Coinbase (COIN).
Eine Untersuchung von ProPublica kommt zu dem Ergebnis, dass dies gegen Bundes-Ethikvorschriften verstößt sowie gegen die schriftliche Zusage, die Blanche zuvor gegenüber Aufsichtsbehörden gemacht hatte – die Zusage, vor der Bearbeitung irgendeines kryptobezogenen Anliegens die entsprechenden Vermögenswerte zu veräußern.
Laut dem neuesten US-Regierungs-Ethik-Offenlegungsdokument, das Blanche am 10. Juli 2025 eingereicht hat, hat er die oben genannten Krypto-Assets auf den Namen seiner Kinder und Enkelkinder übertragen. Rechtswissenschaftler weisen darauf hin, dass die Übertragung von Vermögenswerten auf unmittelbare Familienmitglieder die Frage aufwirft, ob dies eine „wirksame Veräußerung“ darstellt; bei der Bewertung von Interessenkonflikten verbleibt hier weiterhin eine rechtliche Grauzone.
Offiziell wurden noch keine konkreten Gründe bekanntgegeben. Dass Blanche in Vertretungsfunktion übernahm, seine langjährige private Rechtsbeziehung zu Trump sowie sein nachweislich starker Einsatz in der Krypto-Vollzugspolitik werden allgemein als wichtige Hintergrundfaktoren dafür angesehen, warum er ernannt wurde.
NCET (National Crypto Enforcement Team) ist eine föderale Strafverfolgungsbehörde, die das Biden-Regime im Jahr 2022 eingerichtet hat und die sich auf die Aufklärung von Krypto-Kriminalitätsfällen spezialisiert. Blanche löste diese Einrichtung auf und erließ ein Vollzugs-Memo; faktisch senkte dies die Durchsetzungskraft der Strafverfolgung auf Bundesebene in Bezug auf regulatorische Verstöße der Krypto-Industrie. Das hat direkte Auswirkungen auf den Verlauf laufender Krypto-Fälle; der Fall Tornado Cash ist ein typisches Beispiel.
Laut einem Bericht von ProPublica unterzeichnete Blanche während des Haltens von Coins ein Vollzugs-Memo, das die Krypto-Industrie betraf, und verletzte damit Bundes-Ethikvorschriften sowie seine schriftliche Veräußerungszusage. Danach die Übertragung der Assets auf unmittelbare Familienmitglieder: Ob dies einen substantiellen Interessenkonflikt-Ausschluss darstellt, ist auf rechtlicher Ebene weiterhin zu klären.