US-Notenbanker Chris Waller, Mitglied des Federal Reserve (Fed), sprach auf einem Wirtschaftsforum über die jüngsten Schwankungen auf dem Kryptowährungsmarkt. Er erklärte, dass mit der zunehmenden Integration des Marktes in das traditionelle Finanzsystem die durch die Wahl Trumps ausgelöste Kryptowährungs-Hype allmählich abklinge; gleichzeitig erhöhe die Verzögerung bei der Verabschiedung des Gesetzes zur Regulierung des Kryptowährungsmarktes im US-Kongress die Unsicherheit auf dem Markt. Er sagte offen, dass starke Preisschwankungen im Kryptowährungsmarkt normal seien und wer Volatilität nicht mag, solle nicht investieren.
Krypto-Hype lässt nach, nach der Wahl kühlt die Begeisterung ab
Waller sagte, dass die zuvor durch die Präsidentschaftswahl ausgelöste optimistische Stimmung im Kryptowährungsmarkt bereits nachlasse. Die Euphorie, die durch den politischen Wandel in den Markt strömte, sei nun am Abklingen, und der Markt sei nicht mehr so voller Erwartungen wie in der Anfangsphase nach der Wahl.
Traditionelle Finanzinstitute steigen ein, Risikoanpassungen verursachen Verkaufsdruck
Waller wies darauf hin, dass immer mehr traditionelle Finanzinstitute in den Bereich der Kryptowährungen investieren, wodurch der Markt allmählich in das Mainstream-Finanzsystem integriert wird. In diesem Zusammenhang könne es bei Risiko-Management oder Portfolio-Anpassungen dieser Institutionen zu Auswirkungen auf den Kryptowährungsmarkt kommen. Er ist der Ansicht, dass der jüngste Verkaufsdruck teilweise auf diese Risikoanpassungen der traditionellen Finanzinstitute zurückzuführen sei.
Regulatorische Unsicherheiten beeinträchtigen das Vertrauen
Waller erwähnte auch, dass die Verzögerung bei der Verabschiedung entsprechender Gesetze im US-Kongress die Regulierungssituation unklar halte. Das Fehlen klarer Regulierungsregeln führe dazu, dass Marktteilnehmer unsicher seien, wie die Produkte künftig reguliert werden, und diese Unsicherheit lasse einige Investoren zögern, einzusteigen oder ihre Investitionen zu erhöhen.
Preise schwanken stark, Waller sagt, das sei normal
Bezüglich der jüngsten starken Preisrückgänge bei Kryptowährungen hält Waller dies für kein ungewöhnliches Phänomen, sondern für die Norm im Kryptowährungsmarkt. Er beschreibt, dass man beim Einstieg in diesen Markt sowohl Gewinne als auch Verluste machen könne, und dass Preisschwankungen eine Eigenschaft von Kryptowerten seien; wer solche Volatilität nicht akzeptieren könne, solle nicht teilnehmen.
Kleinere Konten kommen bald, Begrenzung der Zugriffsrechte bei gleichzeitiger Innovation
Waller sprach auch über das geplante „Zahlungskonto“ der Fed, das umgangssprachlich als „vereinfachtes Hauptkonto“ bezeichnet wird. Ziel ist es, Fintech-Unternehmen und Krypto-Branchenakteuren unter bestimmten Bedingungen Zugang zum Zentralbanksystem zu ermöglichen. Die Fed hat bereits eine Konsultationsphase abgeschlossen, viele Krypto-Unternehmen unterstützen die Initiative, während Bankenverbände vorsichtig bleiben.
Waller sagte, wenn die Systementwicklung reibungslos verläuft, soll die Planung noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Diese Konten werden eingeschränkte Rechte haben, etwa keine Zinsen zu erhalten und ein Limit für das Guthaben zu setzen. Er betonte, dass die Fed darauf abziele, die Sicherheit und Stabilität des Finanzsystems zu wahren, während gleichzeitig Raum für Innovationen im Zahlungsverkehr, Fintech und Krypto-Industrie geschaffen werde.
(Fed veröffentlicht Konsultation zum neuen „Zahlungskonto“, Regulierung für Krypto-Startbanken wird allmählich gelockert)
Dieser Artikel „Fed-Mitglied: Große Schwankungen im Kryptowährungsmarkt, Risikoanpassungen im traditionellen Finanzsystem verstärken Rückschläge“ erschien zuerst bei Chain News ABMedia.
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