Kryptoinvestmentfirma Paradigm veröffentlicht eine Forschungsstudie, die darauf hinweist, dass Bitcoin-Mining nur 0,23 % des weltweiten Energieverbrauchs und 0,08 % der CO₂-Emissionen ausmacht. Es sollte nicht als „Energieverschlingendes Monster“ betrachtet werden, sondern als „Netzstabilisator“, der den Stromverbrauch flexibel an Preissignale anpassen kann. Während die Expansion von KI-Datenzentren die Energie-Debatte entfacht, haben mehrere Mining-Unternehmen bereits den Wandel hin zu KI-Rechenleistungen beschleunigt.
(Vorheriger Kontext: Kritik am Stromverbrauch von Bitcoin? Studie: KI-Stromverbrauch wird bis Ende 2025 den Bitcoin-Mining übertreffen)
(Hintergrund: Bitcoin-Mining und KI: Wer verbraucht schneller die Energiereserven?)
Inhaltsverzeichnis
Mit dem rasanten Wachstum von KI-Datenzentren weltweit wird die Energie-Debatte erneut hitzig geführt – wobei Bitcoin-Mining oft ins Visier genommen wird. Doch die kürzlich veröffentlichte Studie des Kryptoinvestors Paradigm stellt diese Narrative direkt in Frage und argumentiert, dass Bitcoin-Mining im Energiediskurs stark missverstanden und stigmatisiert wird.
Die Forscher Justin Slaughter und Veronica Irwin von Paradigm weisen in ihrem Bericht darauf hin, dass viele Analysen den Energieverbrauch von Bitcoin anhand einzelner Transaktionen messen. Tatsächlich hängt der Mining-Verbrauch jedoch mit der Netzsicherheit und dem Wettbewerb unter Minern zusammen, nicht mit der Transaktionszahl.
Zudem gehen einige Modelle davon aus, dass die Energieversorgung unbegrenzt ist oder Miner unabhängig von Profit weiterlaufen – Annahmen, die in einem hart umkämpften Strommarkt nicht zutreffen.
Laut Paradigm-Daten:
Das Kernargument des Paradigm-Berichts ist die „Nachfrageelastizität“. Bitcoin-Miner suchen meist nach den günstigsten Stromquellen, die aus Überschuss- oder Nebenzeiten stammen. Wenn das Stromnetz unter Druck steht, können Mining-Operationen den Stromverbrauch schnell reduzieren; bei Überangebot kann er erhöht werden.
Dadurch wird das Mining zu einer Art „flexiblem Load“, ähnlich wie andere energieintensive Branchen, die auf Echtzeit-Strompreise reagieren. Mit anderen Worten: Miner konkurrieren nicht mit Haushalten um Strom, sondern helfen dem Netz, überschüssige Energie zu „verdauen“.
Ein weiterer Aspekt der Energie-Debatte ist, dass immer mehr traditionelle Bitcoin-Mining-Firmen sich umorientieren. Mehrere börsennotierte Unternehmen wie Hut 8, HIVE Digital, MARA Holdings, TeraWulf und IREN haben bereits Teile ihrer Rechenkapazitäten vom Bitcoin-Mining in KI-Datenverarbeitung umgeleitet, um höhere Margen zu erzielen.
Das bedeutet, dass die Energieinfrastruktur, die ursprünglich für das Mining gebaut wurde, nun für KI-Computing genutzt wird. Die im Mining entstandene Strombasis wird so zum Sprungbrett für die KI-Expansion.
Paradigm verschiebt die Diskussion vom Umwelt- zum Netzökonomie-Thema. Es wird angedeutet, dass politische Entscheidungsträger Bitcoin-Mining nicht anhand vereinfachter Energiebilanzen bewerten sollten, sondern im größeren Kontext des Strommarktes.
Während die Stromnachfrage von KI-Datenzentren sich im Vergleich zum Vorjahr vervielfacht und der Bau solcher Zentren (1–2 Jahre) die Planungszyklen der Stromnetze (5–10 Jahre) deutlich übertrifft, sind vielleicht nicht die Bitcoin-Miner die „Energieverschlinger“, sondern jene, die 24/7 mit voller Geschwindigkeit laufen und sich kaum flexibel anpassen lassen – die KI-Server.
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