Letzte Woche erlebte Bitcoin eine dramatische „Wutgott“-Bewegung, bei der der Kurs innerhalb eines Tages um mehr als 10 % fiel und knapp die Marke von 60.000 US-Dollar hielt. Anschließend erholte sich der Kurs stark und stieg wieder in die Nähe von 70.000 US-Dollar. Doch stellt dieser plötzliche Abverkauf bereits eine sogenannte „Kapitulationsverkäufe“ dar? Das heißt, dass Investoren aus Angst Verluste realisieren und verkaufen, wodurch der Verkaufsdruck vollständig abgebaut wird und der Weg für eine nächste Bullenmarktphase geebnet wird. Aus der Perspektive des Derivatemarktes ist die Antwort jedoch wahrscheinlich nein. Laut Greg Magadini, Direktor für Derivate bei Amberdata, deuten die Signale, die vom Futures-Markt ausgehen, darauf hin, dass Bitcoin möglicherweise noch weiter fallen könnte.
In seinem Marktbericht am Montag wies Greg Magadini darauf hin, dass während dieses Abverkaufs die Futures-Contango (die Differenz zwischen Futures- und Spot-Preisen) deutlich kühl blieb und keine der typischen starken Veränderungen zeigte, die in Bärenmärkten üblich sind. Er sagte:
Der Futures-Contango hat kaum die erwartete „Marktreaktion“ gezeigt, was mich daran zweifeln lässt, dass wir bereits den echten Kapitulationsmoment erlebt haben.
Damit meint er die typische Veränderung in der Beziehung zwischen Futures und Spot-Preisen in einem Abwärtstrend, insbesondere während der Marktbereinigung. Futures ermöglichen es Händlern, in der Zukunft zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen, beispielsweise Bitcoin. Investoren können durch Futures auf Kursbewegungen spekulieren: Bei optimistischer Haltung gehen sie long, bei erwarteter Abwärtsbewegung short, ohne tatsächlich Bitcoin besitzen zu müssen. Daher ist die Differenz zwischen Futures- und Spot-Preisen, der sogenannte Basis, ein wichtiger Indikator für die Marktstimmung und die Positionierung. Wenn die Futures-Preise deutlich über den Spot-Preisen liegen, deutet das auf einen bullischen Markt hin, bei dem Investoren für zukünftige Kurssteigerungen eine Prämie zahlen. Umgekehrt, wenn die Futures-Preise unter den Spot-Preisen liegen und eine Discount-Phase auftreten, ist das ein Zeichen für starken Verkaufsdruck und Pessimismus. Rückblickend auf die Bitcoin-Geschichte endeten Bärenmärkte oft, wenn Futures- und Perpetual-Contracts eine „große Discount“-Phase zeigten. Diese extreme Gegenbewegung spiegelt das vollständige Zusammenbrechen des Marktrusts wider, bei dem HODLer panisch Verluste realisieren (also „kapitulieren“) – ein Zeichen dafür, dass die letzte Phase der Bärenmarkt-Korrektur abgeschlossen ist. Doch während der heftigen Volatilität in der letzten Woche war die Futures-Discount-Phase nur von kurzer Dauer. Greg Magadini erklärt, dass, obwohl der 90-Tage-Futures-Contango bei Bitcoin bei jedem Abverkauf schrittweise nach unten ging, die Schwankungen kaum mehr als -100 Basispunkte (bps) betrugen und kein tiefer Discount entstand. Derzeit liegt der 90-Tage-Futures-Contango bei etwa 4 %, was nahezu mit risikofreien US-Staatsanleihen vergleichbar ist. Zurückblickend auf das Ende des Bärenmarktes 2022, als Bitcoin unter die 20.000 US-Dollar-Marke fiel, zeigte der 90-Tage-Futures-Contango zeitweise einen Discount von bis zu 9 %, was die extreme Pessimismus- und Leverage-Abbausituation auf dem Markt deutlich widerspiegelte.
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